Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 26 (1870)
- Issue
- 5-6 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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78 Bekanntmachung der richtigen Grundsätze auf Erden es gethan, dann wäre Gott selbst der Einzige, den die Verantwortung für alles Sündenelend der Erde träfe. Hatte er ein fühlendes Herz, dann mußte er dafür sorgen, daß, so weit irgend Menschen wohnten, die klaren Lehren zu ihrer Kenntniß kamen, mit deren Bekanntwerden nach jüdischer Meinung ja die menschliche Entwickelung von vornherein eine in steigendem Maße gute hätte werden müssen? Ist es zu verwundern, daß die tausendjährigeHerrschast deö Christenthums und Heidenthums eine nun so schwer zu überwindende Verwirrung hervorgebracht hat? Gott, wenn die Juden mit ihren Ansichten Recht haben, hätte es längst dahin bringen können, daß die Menschheit eine große Gemeinschaft von Brüdern und ihr Leben eine herrliche Harmonie wäre. Wir müssen dabei bleiben, daß die jüdischen Lehren uns zuletzt zur schärfsten Anklage Gottes führen. Oder wenn die mit Abraham in die Welt eintretende Offenbarung, wir wollen uns einen Augenblick diesen Gedanken gefallen lassen, der Lohn für das eigene Verdienst, den rechten Gott erkannt zu haben, ist, wie schlimm würde dann Gott an Seth und seinem Geschlecht, das in dem Ramm des Herrn seine Gemeinschaft suchte, ferner an Henoch, der doch zu Gott erhoben ward, an Noah und seinem Hause oder an Melchisedek gehandelt haben. Denn da auch sie den rechten Gott erkannt habm, so würde, falls die jüdische Regel von der Offenbarung anzunehmen wäre, Gott der Vorwurf der Ungerechtigkeit oderWillkür treffen; er hätte ja erst den Späteren zu Theil werden lassen, was doch die Früheren schon empfangen mußten. Besser also wäre es immerhin, man sagte es ganz deutlich heraus, was in derThat der leitende Gesichtspunkt der jüdischen Ueberzeugungen ist, daß die Alles beherrschende Idee in der Ausbildung ihrer religiösen Ansichten das Dogma von ihrer eigenen Vortrefflichkeit bleiben muß. Nicht glücklicher ist man aber auch jüdischerseits, wenn man die im Judenthume vorliegende Offenbamng nun wieder vor dem Verstände zu rechtfertigen sucht. Zuerst hat man behauptet, daß der Verstand durch sich selbst unfähig sei, die Erkenntnisse zu finden, welche die Offenbamng giebt, und sodann erklärt man denjenigen, welcher nun einmal nicht im Stande ist von dem Dogma auözugehen, daß er