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Dibre Emeth · 1870-01-01 · 5-6 (1870) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
26 (1870)
Issue
5-6 (1870)
Date
1870-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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71 hat. Das Wesen Gottes, wie davon früher die Rede war, verstehen wir aus seiner Dreieinigkeit; die Eristenz des Teufels fügt nicht das Geringste zu unserer Erkenntniß von Gott selbst hinzu, und zieht auch von derselben nicht das Mindeste ab. Dagegen ist eö uns unverständlich, wie der Menschengeist, wenn er doch nun einmal Alles nur aus dem Gegensätze erkennt, im Stande sein soll, sogenannte reine, positive Begriffe zu fassen. Die Offenbarung, das haben wir Christen aus dem Alten Testamente gelernt, wendet sich an den Menschen mit dem ihm nun einmal gegebenen Geiste. Wäre derselbe für sein Begreifen auf die Gegensätze angewiesen, dann hülfe eS ihm nichts, wenn ihm die Offenbarung einen reinen Begriff brächte; er wäre ja gar nicht so angelegt ihn überhaupt fassen zu können; und was mit Abrahams menschlichem Geiste, als er den Einzigeinen, wie uns verstchert wird, durch seine Naturphilosophie fand, vorgegangen sein mag, das bleibt für uns ein unergründliches Wunder. Aber noch mehr: Man tritt auch Gottes Ehre zu nahe, wenn man die Bedeutung Abrahams und des Judenthumö so beschreibt, daß dieselben in die sich heidnisch entwickelnde Welt die Offenbarung eingeführt hätten. Denn obwohl man die sündliche Entwickelung des Menschen als das Selbstverständliche und in der von Gott selbst durch die Schöpfung so und nicht anders angelegten Natur des Menschen Begründete ansteht, behaupten dennoch beide jüdische Parteien , daß der Mensch, dieses Werk der Hände Gottes , ohne die Offenbarung sich niemals würde das Wohlgefallen desselben haben erwerben können. Für Abraham und die Seinigen hat man freilich eine Ausnahme. Aber um so mehr drängt sich die Frage auf, wie konnte der Gott, dessen unaussprechliche Güte gerade die Juden an das Licht gestellt, und in dessen Bilde sie allein alle Spuren und Flecken eines „RachegotteS" getilgt zu haben meinen, nun doch so grausam sein, daß er während der vielen Jahrhunderte bis auf Abraham, die von ihm selbst sogleich auf eine sündliche Entwickelung angelegten Menschen ohne Offenbarung ließ? War er dann nicht selbst Schuld an dem Gerichte, welches er über das ganze Menschengeschlecht in der Sündstuth verhängte? War er nicht auch selbst Schuld daran, daß wiederum nach Noah die ganze Menschheit ins Heidenthum verfiel? Wäre mit der Offenbarung oder

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