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Dibre Emeth · 1870-01-01 · 5-6 (1870) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
26 (1870)
Issue
5-6 (1870)
Date
1870-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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68 von welchen es in jener Stelle des Propheten heißt, daß sie Alle Gott zum gemeinsamen Vater haben. Der Mensch steht seit der Sünde nach alttestamentlicher Anschauung nicht mehr unmittelbar als Kind dem Vater gegenüber, sondern erst da, wo von Gott das Werk des Heils unter den Sündern ausgenommen wird, ist zwischen beiden das Vater- und Kindesverhältniß wieder hergestellt. Der Inhalt des Alten Testamentes, wie wir nachgewiesen, ist der, zu zeigen, in welcher Weise das seit dem Sündenfall auf den Menschen ruhende Gericht wieder von ihnen genommen und dieselben zu einem Leben in göttlicher Heiligkeit geführt werden können. Die Gnade Gottes ist es, welche die Gefallenen wieder mit sich verbinden will, und das Alte Testament das große Geschichtsbuch, welches den früheren Verlauf der Gottesarbeit, die eben diesen seinen Rath an den Menschen verfolgt, erzählt; der Inhalt desselben ist die Geschichte des „Heilswerkeö" durch die verschiedenen vorbereitenden Phasen hindurch. Die Grundvoraussetzung der Juden ist eine andere; sie kennen als den Inhalt des Alten Testamentes allein dies, daß in demselben beschrieben sei, in welcher Weise die höhere religiöse Entwickelung der Juden durch ihre eigene Tüchtigkeit den Anfang genommen habe, und wie ihnen dqfür als entsprechender Lohn die Offenbarung zugetheilt worden sei, unter deren Einfluß sie sich zu dem Volke heranarbeiteten, welches sich den ewigen Gott selbst zum Vorbilde nahm und so das Ideal der Menschheit wurde. 2. Die Offenbarung als göttliche Belohnung Israels. Die Offenbarung, sowohl wie dieselbe an Abraham als auch wie sie nachher an das Volk Israel ergangen ist, wird von den Juden als der verdiente Lohn ihres Geschlechtes betrachtet. Dagegen spricht nun zwar das ganze Alte Testament, wie wir das vorige Mal gezeigt haben, aber das Hauptdogma von der selbsterworbenen Erhabenheit deö Judenthums muß um jeden Preis erhalten bleiben. Wir sahen, wie man endlich so glücklich zu sein glaubte, wenigstens einen Spruch im Alten Testament zur Stützung der eigenen Sache in Hosea 2, 21, 22 gefunden zu haben. Aber unglücklicher konnte man kaum die Wahl treffen, um sich selbst in das Angesicht zu schlagen. Denn

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