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Dibre Emeth · 1870-01-01 · 3-4 (1870) · page 27

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
26 (1870)
Issue
3-4 (1870)
Date
1870-01-01
Page
– (sequence 27)
Language
German
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59 gedachte Apostel an die Corinther* *), „kam ich nicht mit hohe» Worten oder hoher Weisheit, euch zu verkündigen die göttliche Predigt. Denn ich hielt mich nicht dafür, daß ich etwas wüßte unter euch, ohne allein Jesum Christum den Gekreuzigten." So sprach der Mann, der überall die größte Bewunderung wegen seiner Gelehrsamkeit erregt hatte. Denn die geistigen Ströme nehmen ebensowenig ihren Lauf nach Anhöhen zu, als die natürlichen. „Ich wohne bei denen, so zerschlagenen und demüthigen Geistes sind, auf daß ich erquicke den Geist der Gedemüthigten und das Herz der Zerschlagenen. "2) Uriel Acosta möge als Beleg dazu dienen, daß wo der Mensch die Wahrheit nicht aus und in Wahrheit sucht, sie ihm nie in ihrer Reinheit erscheinen wird, er würde nur einen Schemen an ihrer Statt umarmen, aber weil derselbe beim Erwachen ihm entstieht, sich hoffnungsloser und unglücklicher als je fühlen und am Ende unter den Trümmern seiner über ihm zusammenstürzenden Jrrthümer begraben werden. Der Name Acostas ist aber noch in anderer Hinsicht merkwürdig und sehr lehrreich, da ein sehr berühmtes Familienglied desselben Namens in unserer Zeit, auö innerem lebendigen Herzensdrang aus dem Judenthum zum Christenthum übertrat und ein gutes Zeugniß abgelegt hat. Dieses Familienglied, dessen Leben anderweitig beschrieben ist, vermag anzugeben, wo und wie sein unglücklicher Ahne die Wahrheit gefunden haben würde. Der unglückliche Acosta hat selbst sein Leben in lateinischer Sprache und kurz vor seinem Ende niedergeschrieben?) und wir werden hier in gedrängter Kürze einen Auszug aus demselben unfern Lesern mittheilen. Uriel Acosta (oder Uriel Jurista) wurde in der Stadt Porto in Portugal als der Sohn eines portugiesischen von Juden abstammenden Edelmannes gegen Ende des sechszehnten Jahrhunderts geboren. Die ') 1. Corinth. 2, 1. *) Jes. 57, 15 cf. Matth. 5, 3. 3) Der Titel ist: Exemplar vitae humanae (Bild des menschlichen Lebens). Dasselbe fand man nach seinem gewaltsamen Tod unter seinen Papieren; Limborch hat es seiner Amica collatio cum erudito Judaeo de veritate religionis christianae, Gouda, 1687, 4., beidrucken lassen.

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