Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 26 (1870)
- Issue
- 3-4 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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88 schwer ist solcher Leute Wiederkehr und Buße, ja, nach ihren Umständen fast unmöglich. Wahrlich, es giebt gewisse Dinge, die man nicht mit gar zu zarten Fingern berühren soll, sondern mit der kräftigen Faust darein schlagen; laut und deutlich müssen die Sünden der Zeit verkündigt werden, als Warnungszeichen müssen sie in ihrer Blöße und ihren verderblichen Folgen auf den Höhen und an allen Wegen gezeigt werden, laut und verständlich, wie cs Gott dem Propheten besohlen: „Rufe getrost, schone nicht, erhebe deine Stimme wie eine Posaune und verkündige meinem Volke ihre Uebertretung und dem Hause Jacob ihre Sünde')." „Getrost" ohne Menschenfurcht, ohne Rücksicht auf Zeitgenossen, ohne Furcht vor Hohn und Spott, soll er „rufen," laut wie ein Posaunenton soll er schreien, ohne zu fürchten, daß die gar zu schwache Nerven Habenden sich etwa angegriffen fühlen möchten durch diese eindringliche Stimme. Denn es handelt sich hier um die Sünde des Volkes, um die Sünde, der Alle anheimgefallen find und in solchen Fällen kann man nicht laut genug die Stimme erheben, nicht genug Ohren zu Zuhörern haben. Als der König Agrippas zum Apostel Paulus sagte: „es fehlt nicht viel, du überredest mich, daß ich ein Christ würde," da antwortete jener männlich und unerschrocken, Gott und seinem Gesalbten die Ehre gebend, „ich wünsche vor Gott, es fehlte an viel oder an wenig, daß nicht allein du, sondern alle, die mich heute hören, solche würden, wie ich bin, ausgenommen diese Bande. "2) Nun, aus dem Leben und Ende Acostas tönt für alle, die Ohren haben zu hören, in umgekehrter Weise die Mahnung: „wollte Gott, daß Alle, so meine von mir selbst geschriebene Biographie und mein trauriges Ende hören oder lesen, die Nutzanwendung daraus machen möchten, daß nicht das Forschen und Suchen zum Heile führt, sondern daß es besonders hier auf die Gesinnung und den beabsichtigten Zweck ankommt. Gott prüfet Nieren und Herz. Nicht mit stolzer und menschlicher Weisheit hat Paulus die weisen und philosophischen Corinther und Athener zum Heil geführt. „Da ich zu euch kam," schreibt der >) 3-s. 58, l. *) Apostelgeschichte 26, 28. sqq.