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Dibre Emeth · 1870-01-01 · 3-4 (1870) · page 25

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
26 (1870)
Issue
3-4 (1870)
Date
1870-01-01
Page
– (sequence 25)
Language
German
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87 und Müller'), Hermann Jellenick?) und Karl Gutzkow (beide Schriften b) wurde immer das beweinenswerthe Ende Acostas zu moralischen Tiraden über sogenannte Menschenliebe und Toleranz das Schibolet des Jahrhunderts — verwendet, aber die schwere und harte Sünde des Abfalls und dessen entsetzliche Folgen hat keiner bedacht; Gutzkow hat ihn sogar zum tragischen Helden gemacht, obgleich ihm alle Bedingungen eines Helden, nach Acostas eigenem Geständniß, ganz und gar gefehlt haben. Wohl ists wahr, äs mortuis nihil nisi bene (von den Todten soll man nur Gutes reden); allein, wenn der Verstorbene selbst die Verirrung seines Lebens geschildert, soll man nicht aus falscher und unverständiger Liebe schwarz als weiß ansehen, sondern das Kind beim rechten Namen nennen und nicht Abfall und Verleugnung des Namens des Herrn als ein Suchen nach Wahrheit, als ein Ringen nach Klarheit auslegen. Man soll es sehen und in Wahrheit betrachten und dem weisen Könige gleich „es zu Herzen nehmen, schauen und lernen davon/ Der Apostel sagt: „Denn es ist unmöglich, daß die so einmal erleuchtet sind und geschmeckt haben die himmlische Gabe und theilhaftig geworden des heiligen Geistes und geschmeckt haben das gütige Wort Gottes und die Kräfte der zukünftigen Welt, wo sie abfallen und wiederum ihnen selbst den Sohn Gottes kreuzigen und für Spott halten, daß sie wiederum erneuert werden zur Buße. Denn die Erde, die den Regen trinket, der oft über sie kommt und bequemes Kraut trägt denen, die sie bauen, empfängt Segen von Gott. Welche aber Dornen und Disteln trägt, die ist untüchtig und dem Fluche nahe, welche man zuletzt verbrennt/) Mit welchem Ernst schildert hier nicht der Apostel den Abfall und dessen Folgen. Wie ') Müller: Bekenntnisse merkwürdiger Männer, Bd. 2, S. 169, wo das Exemplar, wie in Limborch de veritate relig. ehr. etc. sich befindet. 2) Iellenick, H., Urtel Acostas Leben und Lehre. Beitrag zur Kenntniß seiner Moral, wie zur Berichtigung der Gutzkow'schen Fictionen über Acosta und zur Charakteristik der damaligen Juden. Zerbst, 1847. 3) Erstens in der Novelle: Der Sadduzäer von Amsterdam, 1834 und dann zweitens in dem Trauerspiel Uriel Acosta. 2. Aust. Leipzig, Brockhans. 1859. Sogar eine schlechte hebr. Uebersetzung ist von diesem Trauerspiel von einem polnischen Juden!! angesertigt worden. “) Hebr. 6, 4. sqq.

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