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Dibre Emeth · 1870-01-01 · 3-4 (1870) · page 19

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
26 (1870)
Issue
3-4 (1870)
Date
1870-01-01
Page
– (sequence 19)
Language
German
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51 liches Verdienst Keht. Wenn dieRabbinen glaubm, und derMachsor bestätigt es in einer großen Anzahl von Geheim, daßdie.alttestamenllichen Frommen durch ihren Wandel im göttlichen Gesetze sich ein Verdienst bei Gott erworben, das den Nachkommen zur Gerechtigkeit angerechnet wird, so geben sie damit zu, daß für ihre Stellvertretung bereits gesorgt ist; sie brauchen sich nur an das Verdienst anzuklammern und es vor dem ewigen Richter für sich sprechen zu lassen. Wozu warten sie denn noch auf den Messias als den, der sie erlösen und mit Gott versöhnen soll? Das Kommen des Messias ist gar nicht von Nöthen, seinVolk ist ja schon durch eine Reihe von sittlichen Heroen und Repräsentanten vertretendes bedarf einer andern Vertretung nicht mehr. Oder muß der Messias Israel vertreten, und kann er nur allein es vertreten, wozu dann die Vertretung durch die Patriarchen? Hier liegt ein großer Widerspruch vor, der unbedingt einer Lösung bedarf. Für uns stellt sich das Dilemma nur so: Entweder sind die Patriarchen und andere Fromme des alten Bundes jener gerechte Same, auf den schon das Protevangelium dadurch hinweist, daß er der Sünde den Kopf zertreten, aber dabei Schmerzen leiden werde, dessen Züge im Entwickelungsgange der Heilsgeschichte dann immer prägnirender hervortreten, so braucht Israel:stch nicht mehr der.Hoffnung auf den Messias hinzugeben; oder ist der Messias allein der Gerechte, der durch seinen freiwilligen Opsertod die Sünden der Welt sühnt, dann bedarf es der Vertretung durch die Patriarchen nicht. Nun aber wartet Israel factisch, wie wir gesehen, auf das Kommen des Messias, es sieht in ihm denjenigen, dessen Verdienst groß genug ist, um für die Sünden der ganzen Welt Genugthuung zu leisten, also muß es wohl um das Verdienst der Patriarchen eine mißliche Sache sein; ihre Gerechtigkeit muß wohl eine bloße: Fiction sein. Sollte Israel aber diese unsere Beweisführung nicht einleuchten, so muß ihm doch so viel klar werden, daß durch die Patriarchen das Verdienst des Messias bedeutend in den Hintergrund tritt. Es heißt dann nicht: Im Namen des Messias allein ist das Heil beschlossen, sondern cs heißt: In vieler Namen ist das Heil beschlossen. 4*

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