Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1870-01-01 · 3-4 (1870) · page 18

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
26 (1870)
Issue
3-4 (1870)
Date
1870-01-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2554541-2554781-2554784--05298-2561252
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

50 dad Ende meines Leidens i'md Nahe heran! Meine Armukh, meine Gefangenschaft werde-zur Krone meines Glanzes! Abscheuliche haben entweihet den Berg des Glanzes! Es ist kein Bote da noch Prophet! Auch Nicht der Tischbite (Elias, der Vorbote des Messias), daß er mich beruhige über Meine Erlösung! Richte meine Rechtssache! Entferne meine Schuld und mein Weh, damit es mein Feind sehe und zu Schanden werde! Ich will zur Umkehr bringen meine Widersacher durch mein Lob: dies ist mein Geliebter, mein Erlöser, Mein Freund, mein Trauter üüd mein Vertrauter, Gott und Gott meiner Väter!" Israel hat also einen, von dem es seine Erlösung erwartet und auf den es seinen ganzen Verlaß und all sein Vertrauen setzt. Die Gerechtigkeit desselben ist ihm hinreichend'genug, um die Sünder bei Gott zu vertreten und vor ihm ihre Rechtfertigung )zu verschaffen. Und von diesem Einen -redet'Nicht dlos der Machsor, sondern auch der Talmud und die Midraschim. Auch spätere Rabbinen weisen auf ihn hin als einen, der durch Leiden und Sterben Israels ganze Hoffnung und Gerechtigkeit ist. Zm Buche iT")X 3^ (ein Commentar über den Pentateuch, Wilmersdorf 1674) schreibt der R. Löb. (Fol. 70, cof. 3): N'v3N 'Jl rapn: „DerHeilige, gebenedeiet sei er, hat dem Abraham die Verheißung gegeben : Zur Zeit, wenn deine Kinder in Gesetzesübertretungen gerathen werden, will ich einen Gerechten aus ihnen hinwegnehmen, und er soll sich zur Sühne dargeben." Vgl. noch Jalkut ebadasch fol. 125, col. 1, n. 64, Titel: Mitha. Das Judenthum und Christenthum liegen demnach im Lehrpunkte des Messias gar nicht soweit von einander ab. Der Unterschied besteht nur darin, daß das Christenthum sagt: dieser Eine und Gerechte, der KnechtGottes, ist schon gekommen und hat durch seinen blutigen Opfertöd auf dem Altar des Kreuzes für die ganze Welt bei Gott eine Erlösung erworben; das Judenthum dagegen sagt, dieser Eine ruht noch im Scho'oße derZukunft, er ist noch nicht erschienen, er ist vielmehr noch zu erwarten. Es ist hier nicht der Ort den Nachweis zu führen, ob das Christenthum mit seiner Behauptung, die allerdings durch die besten historischen Quellen gesichert, im Rechte ist, aber Nachweisen wollen wir, daß die jüdische Messtashoffnung im direkten Widerspruche mit der von den Rabbinen aufgestellten Versöhnungslehre durch mensch-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.