Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 26 (1870)
- Issue
- 3-4 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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47 Vertretung anlangt, so wurde dieselbe schon im alttestamentlichen Opfer dargebildet. Geschichtlich gipfelte sich die Idee der Stellvertretung in der Lehre vom Messias. Dieser sollte der Unschuldige und Gerechte sein, der durch sein freiwilliges Opfer die ganze Welt erlösen werde. Je weiter wir dem Gange der Entwickelung der Heilsgeschichte folgen, desto deutlicher wird die Sprache vom Messias. Sein Bild wird immer individueller und durchbestimmter, man schaut gewissermaßen wie in einem Spiegel die Züge des großen Heilandes, der die Welt versöhnen wird. Vgl. Jes. 42, 21; 49, 13—52. Jer. 23, 6; Zach. 9, 9 U. s. w. Die Messiashoffnung aber ist in Israel noch nicht zu Grabe getragen; man sieht die prophetische Weissagungen noch nicht für erfüllt an. Auch in mehreren Gebeten des Machsor werden Israels messianische Erwartungen laut. Es bittet Gott, daß er den Messias bald zu seiner Erlösung senden wolle. So ein Gebet am Versöhnungsabend Bd. 2, S. 23): HTTDX VihiO „Unser Gott und Gott unserer Väter! es steige empor und komme und gelange und erscheine, es werde wohlgefällig ausgenommen und erhört und beachtet und gedacht vor dir unser Andenken und unsere Heimsuchung und das Andenken unserer Väter und daö Andenken des Messias, des Sohnes Davids, deines Knechtes, und das Andenken an Jerusalem, der Stadt deiner Heiligkeit, und das Andenken an dein ganzes Volk, das Hau6 Israel! Möge es uns gereichen zur Errettung, zum Guten, zur Gnade und Liebe und Barmherzigkeit, zum Leben und zum Frieden an diesem Versöhnungstage. Vgl. dazu die ähnliche Stelle auf S. 192. Eine andere Stelle, in der noch bestimmter auf den Messias, als auf Israels Sühne und Erlösung hingewiesen wird, lesen wir ebend. S. 360: TX 'Jll rPtiWQ: „Bevor noch der Ewige seine Welt erschaffen, bestimmte er die Väter und die Söhne, um ihnen einen Verband zu geben und einen Verband anzulegen. Er beschloß, sie von ihrer Schuld zu läutern, damit sie nicht der Sünde Wuth fortraffe. Er berieth sich und überlegte, wie er die Schmach enfferne und schaute aus , wie er Recht thue und ein Ende mache dem Tage der Züchtigung. Aufstieg in seinem Gedanken zugleich ihr Reichthum, um sie aus Furcht zu retten. Im Voraus wollte er ihre Erlösung heraufführen und ihren Abfall sühnen. — So schaue denn auf die Versammlung dieses Tages. Sie