Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1870-01-01 · 3-4 (1870) · page 16

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
26 (1870)
Issue
3-4 (1870)
Date
1870-01-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2554541-2554781-2554784--05296-2561250
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

48 schreien: Vergieb doch der Schuld dieses Volkes! Die Geschlechter hat er im Voraus bestimmt; das Verdienst der Väter hat er hingestellt, damit es die Kinder suchen sollen. Groß sind die Erweisungen seiner Barmherzigkeit und Liebe, groß das Wohlgefallen an seinen Gegnadeten und Frommen; sie sind seine Lieblinge, die Vollkommenheit seiner Werke, immerdar seine Zierden, denen nichts fehlt an seiner Schönheit." Daß der Messias als Unschuldiger die Schuldigen durch sein Selbstopfer sühnen werde, bezeugt folgende Stelle ebend. S. 361: ‘X) rmn )U'1 nu rv>lW02 TK: „Bevor der Ewige noch seine Welt erschaffen, bestimmte er den Bau seines Heiligthums und den Ruhm seines Gesalbten (]U' ist einer von den Namen des Messias, anspielend auf Ps. 72,17). Die hohe Rüstkammer (den Tempel, eine Anspielung auf Hohes Lied 4, 4) errichtete er, bevor noch ein Volk und eine Sprache vorhanden war. Er beschloß seine göttliche Gegenwart dort ruhen zu lassen, um die Irrenden auf gerade Wege zurückzuführen. Er verhieß wohlthätig Sühnung aller Schuld, seinen Zorn zu unterdrücken, wenn einst sein Volk ihn durch Frevelthaten reizen würde. „Waschet, reiniget euch!" (Jes. 1,16), sprach er. Obwohl er überaus zornig über sein Volk sein sollte, so will dennoch der Heilige nicht seinen ganzen Zorn erwecken. Wir sind bisher durch unsere üblen Thaten ausgestoßen gewesen; dennoch hast du, unser Fels, nicht Verderben über uns gebracht. Messias, unsere Gerechtigkeit*), hat sich von uns gewendet; Schrecken hat uns ergriffen und niemand ist da, um uns zu rechtfertigen. Unsere Sünden und das Joch unserer Missethaten hat er getragen und um unserer Uebertretungen willen ist er durchbohrt. Auf seiner Schulter trägt er unsere Sünde, um Vergebung für unsere *) Alle Herausgeber des Machsor punctiren n’ttfä „unser gerechter Gesalbter" und beziehen diese Worte mit Rücksichtnahme auf Klage!. 4, 20 auf Josia, den König von Juda; aber sie Ihn» daS nur, um das Zengniß vom Messias abzuschwiichen. Jeder Unbefangene, der diesen Pijut liest, wird zugeben, daß er vom Messias handelt nnd daß unbedingt „Messias, unsere Gerechtigkeit punctirt werden muß. Dazu kommt noch, daß die Worte ein bekannter Titel des Messias sind, nicht aber ein Titel Josias. Bgl. Saadia Gaön zu Dan. 7, 13, wo er von des Menschen Sohn sagt: UplSf rPtPfc IV „Das ist Messias, unsere Gerechtigkeit."

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.