Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 26 (1870)
- Issue
- 3-4 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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45 das Hahnopfer auch noch heutzutage zu Recht besteht, beweist die im 1.1830 zu Breslau im Jüdisch-Deutschen abgefaßte Schrift r6np desgleichen der Abdruck in allen neueren Ausgaben des Machsor. Nur durch das Reformjudenthum, diese Schmarotzerpflanze am Baume Israels, kommt diese religiöse Ceremonie immer mehr in Abnahme. Wir geben den Gebrauch des Hahnopfers aus der von Lettens besorgten Ausgabe des Machsor. Bd. 2. S. 3: ONOO "HD tim Ol' mjn nnon np'^> pnu Vorschrift für die Sühnopfer. Am Abend vor dem Jom Kippur ist der Minhag Keparoth zu machen: Man nimmt einen Hahn für einen Mann und eine Henne für eine Frau, und für eine Frau, die schwanger ist, nimmt man eine Henne und einen Hahn wegen des Kindes. Der Hausherr macht zuerst die Sühne für stch; denn der Hohepriester hat zuerst für sich versöhnt, dann für seine Familie und hernach für ganz Israel. Die Vorschrift aber ist diese. Der Hausherr nimmt den Hahn in die Hand und sagt folgende Worte dreimal: „Die Menschenkinder, die in Finsterniß und Todesschatten sitzen, gefesselt in Elend und Eisen: er wird sie herausführen aus der Finsterniß und dem Tvdesschatten und ihre Bande wird er zerbrechen. Die Thoren sind wegen ihres Abfalls und ihrer Sünde tief gebeugt, alle Speise verabscheut ihre Seele und sie gelangen bis an die Thore des Todes. Schreien sie dann zum Ewigen in ihrer Angst, so errettet er sie aus ihrer Bedrängniß, er sendet sein Wort und heilet sie und erlöst sie aus ihrem Verderben. Sie danken dem Ewigen für seine Gnade und für seine Wunderchaten an den Menschenkindern. Wenn für ihn ein Engel da ist, ein Fürsprecher, einer von Tausend, dem Menschen zu verkünden, wie er solle recht thun, so wird er ihm gnädig sein und sagen, er solle erlöst werden, damit er nicht hinabfteige in die Grube: ich habe eine Versöhnung gefunden (Hiob 33, 23). Wer für sich das Sühnopfer um sein Haupt schwingt, der sagt: „Dieö ist mein Stellvertreter, dies ist meine Auswechselung, dies ist meine Versöhnung; dieser Hahn geht in den Tod, ich aber möge versammelt werden und eingehen zum glücklichen und langen Leben und zum Frieden."