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Dibre Emeth · 1870-01-01 · 3-4 (1870) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
26 (1870)
Issue
3-4 (1870)
Date
1870-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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40 Nachdem wir die rabbinische Lehre von der Versöhnung durch menschliches Verdienst, wie sie in den Gebeten des Machsor Ausdruck gewonnen, nun genugsam kennen gelernt und zugleich nachgewiesen haben, wie dieselbe durch andere Gebete des Machsor in ihrer ganzen Kraftlosigkeit und völligen Nichtigkeit hingestellt wird, bettachten wir weiter einen andern Jrrthum bezüglich der Lehre von der Versöhnung: die Feier des großen Versöhnungstages als solchen. Auch diese wird von den Rabbinen als ein Sühnmittel für die Sünden angepriesen, und in mehreren Gebeten des Machsor finden wir diese Anschauung ausgesprochen. Wir können nicht leugnen, daß der am jüdischen Ceremoniell noch festhängende Israelit den großen Versöhnungstag ganz besonders festlich begeht; er sondert ihn nicht blos aus aus der Zahl der übrigen Festtage, sondern weiht ihn ganz Gott, indem er ihn mit Fasten, Beten und ernsten Betrachtungen zubringt. Daher ist es wohl auch gekommen, daß der Versöhnungstag den Namen „der lange Tag" erhalten hat. Aber entspricht denn die moderne Feier des Versöhnungstages der alttestamentlichen? Durchaus nicht! Im A. T. lautete die göttliche Vorschrift für den Versöhnungstag (Lev. 16, 30 — 33): 'JH mn „denn an diesem Tage wird über euch versöhnt, euch zu reinigen; von all euren Sünden sollt ihr vordem Ewigen rein werden; und der Priester soll versöhnen,.... und er soll also versöhnen das Heiligthum des Heiligen, und das Zelt der Versammlung, und den Altar soll er versöhnen und über die Priester und über das ganze Volk soll er versöhnen." Israel beklagt sich nun aber gerade in seinen Gebeten, daß eS keinen Priester, keinen Altar und kein Opfer habe, und wie schon oben angedeutet, darf es auch dies alles nicht haben, so lange es in der Zerstreuung lebt. Durch das Nichtvorhandensein von Priester, Altar und Opfer aber hat der große VersöhnungStag auch fein wahres Wesen, seinen eigenthümlichen Charakter verloren, er ist zu einem bloßen Schatten herabgesunken. Die ganze Bedeutung des Tages besteht höchstens noch darin, daß er ein historischer Gedenktag ist, erinnernd an eine vor Jahrtausenden bestandene Heilsthatsache, die aufgehört hat und nie wiederkehren wird. Obwohl

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