Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 26 (1870)
- Issue
- 3-4 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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39 zweiten Tag nach Neujahr. Ebend. S. 338 r 'LPV2 inOX: „Ich zittere wegen meiner Thaten, ich bin bekümmert allezeit; ich fürchte mich vor dem Tage deö Gerichts, wenn ich zur Rechenschaft gezogen werde. Ich will Hilfe suchen bei dem Gnädigen, ich will flehen zu dem Barmherzigen; ich will schreien zu ihm, der mein Herr ist, da er den heutigen Tag mir zum Andenken bestimmt. Wenn ich nun ins Gericht komme, auf wen soll ich mich stützen? wer wird mein Anwalt sein? (wer wird für mich Gerechtigkeit suchen zum Andenken)? Auf die Väter habe ich vertraut, auf ihr Thun habe ich gepocht (eig. ihr Thun habe ich gegessen) und sie waren mir vordem zum Andenken; stark war mein Arm; vertrauensvoll sah ich meinem Schicksal entgegen, als Mose die Sache seines Volks beim Allmächtigen energisch vertrat. (Ex. 32). Seine Rede erhielt mir Namen und Andenken. Wenn aber jetzt ein (ausgezeichneter) Mann vor ihm (dem Allmächtigen) auftreten (d. i. sich für mich verwenden) wollte; wird er mir nützen? Wird man nicht zur Zeit Verdienst und Andenken von mir fordern?" Ja die Ahnen Israels haben nicht nur kein Verdienst, sondern haben sogar gefehlt und sind vor dem Ewigen strafbar. Dies bezeugt ein Musaphgebet am ersten Tage nach dem Neujahr. Bd. 1 S. 185: (31 f>Dn hD ’T’HX : „Die Kraft der herrlichen (Männer) alles Wohlgefallens, als sorgfältig im Gericht ihr Thun und Lassen geprüft wurde, wurden doch als schuldig erfunden, gleich denen, die ohne Wohlgefallen sind. Als der Morgenländer (Abraham) aus der Dunkelheit ans Licht hervortrat, da fragte er (gegen Gott mißtrauisch): Woran soll ich es erkennen? (Gen. 15, 8). Da wurde ihm die betrübend drohende Antwort: du sollst es inne werben! (ebend. v. 13*) Auch der rein Verklärte (Isaak), der sein Leben dem Opfertode widmete, fand im Alter nicht Seelenruhe, seine Augen erblindeten, als er zusah wie man den Götzen räucherte. Sein Nachkomme (Jakob), der der göttlichen Lehre sein Leben widmete (eig. der in den Zelten der Thora einherging), wurde gestraft, weil er sagte: Mein Weg ist Gott verborgen; sein Sproß (Joseph) wurde geheimnißvoll ihm entrissen." — *) Nach der Tradition der Rabbinen wurde dem Abraham diese Antwort zur Strafe seiner kleingläubigen Frage ertheilt, und er soll dadurch eine vierhundertjährige Sklaverei über Israel herbeigeführt haben. ■