Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 26 (1870)
- Issue
- 3-4 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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35 und die Bitte aussprechen können, er möge es ihnen anrechnen? Wenn man sich auf das Verdienst derVorfahren berufen unddamitseinesittlichen Schwächen und Gebrechen zudecken will, so müssen diese entschieden doch ein solches Verdienst haben. Wo ist denn nun das Verdienst der Vorfahren, wo namentlich das überschüssige Verdienst derselben, die opera supererogationis? Ueber die Möglichkeit desAnrechnens fremden Verdienstes wollen wir ganz schweigen und nur auf die Schriftstellen Ps. 49> 8 und Jer. 17, 15 verweisen. Aus alledem sehen wir, daß die Lehre der Rabbinen sowohl von der eigenen als fremden sittlichen Gerechtigkeit, wie sie sich in den Gebeten des Machsor darstellt, grundfalsch und unbiblisch ist. Die Israeliten, welche sich darauf verlassen und ihr zukünftiges Heil darauf stützen, werden am Tage der Rechenschaft vor ihren Thorheiten erzittern und erschrecken. Zu spät wird es ihnen wie Schuppen von ihren Augen fallen, daß durch ihre fleischliche Sicherheit ihre Schuld vor dem heiligen und gerechten Gott zu einer doppelten herangewachsen ist, und auf ihnen somit der doppelte Fluch des Gesetzes lastet. Wir können den Kindern aus Israel nur ans Herz legen, daß sie die Gebete des Machsor vom eigenen und fremden Verdienst sorgfältiger und gründlicher prüfen und vor Allem mit den Aussprüchen der heiligen Schrift A. Ts. messen möchten, sie würden dadurch sehr bald zu der Einsicht gelangen — ihre Augen müßten denn geradezu gehalten sein — daß es mit diesen beiden von den Rabbinen ihnen anempfohlenen Ersatzmitteln zur Sühne ihrer Sünden an Stelle der Opfer nichts sei, daß sie nicht nur unter einander selbst in Widerspruch stehen, sondern auch dem göttlichen Worte stracks zuwiderlaufen. Wenn aber diese Ersatzmittel nicht stichhalten, wenn die vorgeschlagenen Stützen als morsch sich erweisen und unter den Füßen zusammenbrechen, worauf wollen und können sie dann noch fljr: Vertrauen setzen, woran können sie sich anklammern und sesthalten? An die Gnade Gottes? Nimmermehr! Sie verschmähen ja den Weg' derselben, den sie gegangen ist, die Versöhnung und Rechtfertigung des ' Sünders zu bewerkstelligen. Ueberhaupt sind die Rabbinen durch ihre Aufstellung vom eigenen und fremden Verdienste ganz in das Lager des Katholicismus hineingerathen , und wir möchten beinahe eine Beeinflussung statuiren, wenn sich nicht schon Spuren dieser Lehre im 3*