Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 26 (1870)
- Issue
- 1-2 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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s« 1JDDX' 1*012 11221 “pt>n* „Tugend und Gerechtigkeit, wenn er sic (im Leben) eifrig betrieben, werden vor ihm (im Jenseits) hergehen und die Herrlichkeit seines Schöpfers wird ihn aufnehmen." — Genug Zeugnisse, um zu erkennen, wie die Rabbinen das göttliche Gebot vom Opfer willkürlich verrückt und an die Stelle desselben das eigene Verdienst gesetzt haben. Freilich ist diese Verrückung schon alt, sie reicht hinauf bis in die älteste Schriftliteratur. Zuerst begegnen wir ihr im Tr. Berachot Fol. 5, col. 1. 2: nib’Djfll111712 pDlJM ba rnuiy bj *6 rbmo 122 na I2ipi Doon: „Jeder der sich des Studiums des Gesetzes befleißigt, Wohlthaten (Almosen) spendet, und seine Kinder begräbt, dem werden alle seine Miffethaten vergeben." Daß namentlich das Gebet ein ebenso wirksames Sühnmittel wie die alttestamentlichen Opfer sei, sagt der Jalkut Rubeni Fol. 51, col. 1. Parasche KS'i: mJ21p 1EÜ niODD nb'DTI: „Das Gebet versöhnt gleichwie die Opfer." Ebenso bestimmt spricht diese Ansicht aus der Jalkut chadasch Fol. 177, col. 4. n. 72: |1J>DÜ '211DX pip Dlpö2 N^'OTNv: „Der R. Schimeon hat gesagt, daß das Gebet die Stelle des Opfers vertrete. Unter den jüngeren Rabbinen äußert sich ganz ähnlich R. Bechai in seiner Auslegung zur Thora Venedig 1546. Fol. 114, col. 5. Parasche Fei Tissa: urUKW NM pT2 21 nibl2 O"1NV: „In dieser Zeit, wo wir im Eril unter der Dienstbarkeit der Völker wohnen, haben wir keinen Hohenpriester, zu versöhnen, auch keinen Altar, um daraus Opfer darzubringen, auch keinen Tempel, um in ihm zu beten, nichts bleibt uns übrig vor dem Ewigen als unser Gebet." Vergl. noch das Werk: Asara maamarot (nnDKö niwp) Fol. 126. — Doch jeder Mensch, der es nur einigermaßen Ernst mit sich nimmt und sein Dichten und Trachten im Spiegel des göttlichen Gesetzes beschaut, kommt bald zu der Einsicht, daß es mildem eigenen Verdienste eine sehr unsichere und zweifelhafte Sache ist. Unser Wollen und Vermögen beruht durchaus nicht immer auf lautern und reinen Motiven, es bleibt stets weit hinter der göttlichen Forderung zurück. Tagtäglich fehlen wir gar mannigfach, ja unsere Sünden sind so groß, daß sie uns über das Haupt gewachsen sind. Ja das erste und wichtigste Prinzip ist, daß der Mensch zu der Erkenntniß gelangt, ein Sünder zu sein.