Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 26 (1870)
- Issue
- 1-2 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2554541-2554781-2554783--05268-2561221- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
21 seinen Weg verkehrt hat, und (der Umstand), daß die Schlange ein Ferment in die Eva gesenkt, haben verursacht, daß diese Seelen sich untereinander vermischt haben, und es ist kein Mensch mehr einer solchen Seele würdig, außer wenn er rein und heilig ist." In gleicher Weise äußert sich auch das Sepher Gilgulim “|DD) von Isaak Lurja, Frankfurt 1684, Fol. 1. Col. 3. immun mDßttn ^3 »lajw nw rn d^id rmwuni: „Me Lebewesen und Geister und Seelen waren im ersten Menschen zur Zeit, da er erschaffen wurde, inbegriffen. War somit das Verhältniß zwischen Gott und Israel schon durch die Sünde Adams gestört und wurde dasselbe durch die Thatsünden des Volkes immer mehr gelockert, so sollte durch das Versöhnungsopfer des Hohenpriesters am großen Versöhnungstage der status integritatis zwischen beiden wieder herbeigeführt werden, d. i. Gott sollte seinen Zorn über Israel aufgeben und wieder liebevoll und gnädig auf dasselbe herabblicken. Auf diesem sittlichen Grundgedanken ruhen auch alle übrigen Opfer in Israel. Wenn der Israelit mit seinem Opferthiere am Altäre erschien, gab er allemal zu erkennen, daß er ein Sün- - der sei und durch seine Sünde sein Leben verwirkt habe, daß aber Gott nach seiner Gnade und Barmherzigkeit ihm die Möglichkeit gegeben, sich durch ein Thier vertreten zu lassen und diesem durch Handauflegung seine Sünden zu imputiren. Indem dann das Blut des OpferthiereS vom Priester an den Altar gebracht, oder nach dem Vorhänge des Heiligthums gesprengt wurde, wurde die Sühne vollzogen. Das blutige Thieropfer im A. T. war ein Rothschrei Israels nach der Gnade des Ewigen für das verwirkte Leben, für die schuldbehaftete und dem Tode verfallene Seele. Wenn aber das alttestamentliche Israel seine Versöhnung mit Gott nur durch ein Opfer erlangen konnte, wodurch wird nun das heutige Israel, das nicht mehr im heiligen Lande lebt, keinen Tempel, keinen Altar und kein Opfer mehr hat, mit Gott versöhnt? Ist etwa Israel gegenwärtig einer Versöhnung nicht mehr bedürftig? Ist es etwa aus dem allgemeinen Zusammenhänge der menschlichen Sündhaftigkeit herausgetreten? Steht es nicht mehr unter dem Fluche der Sünde, dem Tode? O gewiß! Beten doch die Israeliten selbst im Machsor, am großen Versöhnungötage, Bd. 2.