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Dibre Emeth · 1870-01-01 · 1-2 (1870) · page 20

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
26 (1870)
Issue
1-2 (1870)
Date
1870-01-01
Page
– (sequence 20)
Language
German
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20 haschana) beziehen. Damit aber der durch diese Gebetsabschnitte sich hindurchziehende Dualismus in der Lehre von der Versöhnung in seiner vollen und ganzen Jrrthümlichkeit zu Tage trete, suchen wir zuvörderst in Kürze feflzustellen, was das A. T. über die Versöhnung lehrt. Jeder Israelit weiß, daß der Hohepriester nach der göttlichen Vorschrift (Lev. 16, 33) jährlich einmal am großen Versöhnungstage in das Allerheiligste eingehen mußte, um daselbst zuerst für sich, sodann für sein Haus und endlich für das ganze Volk zu versöhnen. Für sich mußte er zuerst versöhnen nach dem allgemeinen, auch dem alten Heidenthum nicht unbekannten sittlichen Grundsätze, daß nur ein Reiner, d. i. ein Sündloser, der dem Tode, der Strafe für die Sünde nicht verfallen, für einen Unreinen oder Sünder stellvertretend eintreten kann. Daß aber eine solche göttliche Verordnung in Israel überhaupt bestand und streng beobachtet wurde, hatte zu seiner nothwendigen Voraussetzung die Störung des Gemeinschastsverhältnifses zwischen Volk und Gott. Durch Adams Sünde ist der göttliche Fluch auf das ganze menschliche Geschlecht herabgekommen, also auch auf Israel. Wie aber war das möglich? Warum müssen alle tragen, was nur einer verschuldet? Nun, Adam war nicht blos die physische, sondern auch die moralische Einheit der Menschheit, in ihm lagen alle Geschlechter der Welt nach der physisch-animalen und geistig-moralischen Seite hin beschlossen. Diese Anschauung ist nicht nur eine christliche, wir begegnen derselben auch in jüdischen Schriften. Unter andern finden wir sie ausgesprochen in dem Werke Nischmat adam (D“1X riDUtt) vom R. A. Schmuel (Hanau 1617) Fol. 6. Col. 1.: blWD mDtWn bz '1)1 N121 DW2 D^I^D Alle Seelen von Israel sind zusammen befaßt in 600,000 und sind inbegriffen in einem Docht, welcher die Seele des ersten Menschen ist. Darum hat der Weise die Seele des ersten Menschen mit einem Lichte verglichen, das einen Docht hat, zusammengezwirnt aus vielen Fäden, 1',"i biOÜ'D 5I1VL?) b>2 ')1 D1X „Alle Seelen von Israel waren zusammengefaßt in der Seele des ersten Menschen und waren bestimmt in diese Welt einzutreten in Israel, den Theil seines (Gottes) Lebens, das Volk seines Eigenthums. Die Thorheit des ersten Menschen aber, die

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