Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 26 (1870)
- Issue
- 1-2 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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13 Juden entsagt. Der treue Herr wolle mit seiner Gnade ihn ferner leiten! Ueber die 4 anderen, die gegenwärtig bei mir in Unterricht stehen, möchte ich noch vorläufig aus manchen Gründen und Rücksichten kein bestimmtes Urtheil aussprechen. So viel können wir nur sagen: es sind ehrliche, solide, unbescholtene Menschen, die auf jeden unbefangenen Christen einen günstigen Eindruck machen. Wir gestehen es, daß wir dieselben anfangs mehr abgewiesen, als zugezogen, weil wir die hiesigen Verhältnisse genau kennen, und ob auch sie selbst nach dem Reiche Gottes zuerst trachten und die Frage um ihr irdisches Fortkommen sich vorläufig aus dem Sinne schlagen, so drängt sich uns doch die Frage ernstlich auf: Was soll aus diesen Leuten werden, wenn sie aus ihren alten Verhältnissen und Gewerbskreisen herausgeriffen werden, und keine neue Erislenz unter unserm kleinen Häuflein evangelischer Christen für sie in Aussicht steht? — Es ist freilich menschlich gedacht, aber so leicht muß man auch die irdischen Fragen nicht behandeln, da uns doch leider die Erfahrung lehrt, daß manche Proselyten, die sich nachher so verlassen sahen, der Versuchung oft nicht gewachsen waren. — Doch länger konnten wir mit diesen Seelen nicht zögern und dursten sie nicht zurückweisen. — Was der Herr aber mit ihnen im Sinne hat, das wissen wir noch nicht, hoffen aber, daß der diese Seelen zu sich zieht und ihnen himmlisches Lebensbrod geben will, auch für ihren Leib die nöthige irdische Speise herzuschaffen wissen werde. „Weg hat Er aller Wegen, an Mitteln fehlt's Ihm nicht; Sein Thun ist lauter Segen, Sein Gang ist lauter Licht. Sein Werk kann Niemand hindern, Sein Arbeit darf nicht ruhn, wenn Er, was Seinen Kindern ersprießlich ist, will thun." — In Betreff der Resultate, welche an den israelitischen Kindern, die unsere evangelische Schule besuchen, bis jetzt erzielt worden sind, hätten wir gar manches zu sagen und mitzutheilen. Aber aus Mangel an Zeit und Raum können wir dieses wichtige Thema nur flüchtig berühren. Die Erfahrungen, die ich in der kurzen Zeit meines hiesigen Wirkens beim Religionsunterricht an diesen kleinen Judenherzen gemacht habe, sind eben so erfreulich als ergreifend. Erfreulich ist es schon, wenn man von Tag zu Tag einen Fortschritt in Erkenntniß,