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Dibre Emeth · 1870-01-01 · 1-2 (1870) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
26 (1870)
Issue
1-2 (1870)
Date
1870-01-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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IS wie z. B. ein junger Mensch in —, der einen ernsten forschenden Sinn zeigte, von seinen Großeltern so streng bewacht wurde, daß er fast mit keinem Menschen sprechen durfte und darüber ziemlich fchwermüthig wurde, oder wie Frauen von ihren Verwandten sogar mit Gift verfthe» wurden, um ihre Männer lieber zu vergiften, als ruhig zuzusehen, daß sie Christen würden; wir wollen aber dergleichen lieber der Vergangenheit und Vergessenheit überlassen und uns vielmehr darüber freuen, daß auch selbst aus jenen Verfolgern wohl noch Einer und der Andere, auch Eine und die Andere anderen Sinnes geworden ist und sich heute mit den Seinigen oder Ihrigen freut, dem Messias anzugehören und in seinem Reiche unter ihm zu leben und ihm zu dienen, in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit." — Die Juden-Mission in Kischinew. (Nach „Saat auf Hoffnung" erzählt.) (Schluß.) Gurland schreibt weiter: Um einen kurzen Ueberblick den geliebten Lesern über die Geistes- Entwickelung des Herrn R. zu geben, und wie der Herr sein aufrichtiges Verlangen nach Wahrheit gelingen ließ, theilen wir aus dem OurrioUlllm Vitae, welches derselbe uns einreichte, Folgendes mit: „ Mein Vater und meine Mutter lebten beide nach der Art und Weise der strengen talmudischen Lehre und des israelitischen Glaubens. Meine Erziehung und Bildung waren demgemäß, wie die der meisten orthodoxen Judenkinder unserer Stadt, sehr streng und beschränkt. Mein Vater, als wohlhabender Kaufmann, begnügte sich nicht mit dem allgemeinen Unterricht der jüdischen Schulen, sondern hielt für mich einen Hauslehrer. Derselbe, ein finsterer, beschränkter Talmudist, kam allen Wünschen meines Vaters zuvor, indem er durch die verschiedensten Mittel, welche ihm zu Gebote standen, meinen freien strebenden Geist zu unterdrücken suchte. Es schien ihm auch zu gelingen. Allmählig verstummten meine Fragen und Klagen über manche Stellen der Bibel sowohl, als über die des Talmuds, indem ich mich daran gewöhnte, die allgemeine Antwort meines Lehrers: „Solche Fragen find verbo-

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