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Dibre Emeth · 1870-01-01 · 1-2 (1870) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
26 (1870)
Issue
1-2 (1870)
Date
1870-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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8 Dienst dtt Mission getreten und verkündigen ihren Brüdern den Messias Jesum, deir sie gefunden haben und der allein dem menschlichen Herzen Ruhe und Frieden geben kann. Ob jetzt noch Spuren von der damaligen Bewegung unter den Juden jener Gegend gefunden werden dürsten, ist dem Schreiber dieses unbekannt; jedenfalls war für Manchen jene Zeit eine gnädige Heimsuchung und Mancher dürste wohl in spätem Jahren noch es schmerzlich bereut haben, diese Zeit nicht besser wahrgenommen zu haben. Während im Norden Polens unter den litthauischen Juden, den Gegnern des Chassidismus, eine solche Bewegung ihren Gang hatte, ereignete sich am Ende des genannten Jahrzehnts in dem eigentlichen Polen, in dem Hauptsttze des Chassidismus, eine auffallende und merkwürdige Erscheinung. Der ausgezeichnetste und berühmteste aller chaffibischen Rabbis war zu jener Zeit der Rabbi in—. Von Nah und Fern strömten die Chassidim zu ihm, um ihn zu hören und zu sehen, und jeder Jude wußte Wunderdinge von ihm zu erzählen. In allerlei Verlegenheiten und Verhältnissen, wo man sich nicht zu helfen und zu rächen wußte, nahmen Juden und Jüdinnen ihre Zuflucht zum Rabbi, gaben ihr Pidion — Lösegeld — und theilten ihm ihr Anliegen mit unbedingtem Vertrauen mit, daß er zu helfen und zu rachen wisse, denn steif und fest hielt man ihn für den Wunderthäter, der für Alles Rath und Hilfe wisse. Aber mit einem Male änderte sich die Sache. Der Rabbi verlor nicht nur seinen Ruf und seinen Anhang, sondern er wurde auch in seiner Wohnung so bewacht und gegen jeden Besuch so abgesperrt, daß er fast wie in einem Gefängnisse gehalten wurde. Und was war der Grund einer solchen Veränderung? Bei Gelegenheit eines Abendessens am Sabbath hatte der Rabbi in Gegenwart mehrer Chassidim sich dahin geäußert, die Frage über das Kommen und die Person des Messias sei doch nicht so leicht abzuweisen, und man könne nicht wissen, ob nicht vielleicht gar der Jeschüa Hanozri, an den die Christen glauben , und den sie für den Messias halten, der verheißene Erlöser Israels sei. Eine solche Aeußerung des berühmten Rabbi brachte natürlich große Bestürzung unter allen Anwesenden hervor, und der gethane Ausspruch wurde bald allgemein verbreitet und bekannt. Die Wunde und Anhänger des Rabbi theilten sich dieses Bekenntniß

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