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Dibre Emeth · 1870-01-01 · 1-2 (1870) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
26 (1870)
Issue
1-2 (1870)
Date
1870-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Bezug auf Bildung dem eigentlich polnischen Juden etwas voraus; er hatte einen solideren Charakter, daneben aber auch eine besoirdere Zähigkeit und einen festen, ja harten Sinn. Im Disput bestand er steif und fest auf seiner Meinung, so daß man den biblischen Ausdruck, nach welchem Israel ein halsstarriges Volk genannt wird, vorzugsweise den» litthauischen Juden beilegte, und überhaupt von einem Juden, der allen Beweisen nur einen starren, unbeugsamen Sinn entgegensetzt, sagt: Das ist ein rechter oder ein Achter Litvok. In dem angedeuteten soliden Charakter des litthauischen Juden lag es wohl auch, daß er sich in jener erwähnten Bewegung den Christen, und namentlich den Evangelischen oder Deutschen, nicht so schroff entgegen stellte, wie der gewöhnliche polnische Jude zu thun pstegt. Bei seinem Verlangen nach Wissen und Kenntnissen, das sich in der oben angegebenen Zeit namentlich unter der litthauischen jüdischen Jugend kund gab, und das unter den eigenen Glaubensgenossen wenig Befriedigung fand, wurden sie auch besonders auf die Christen hingewiesen, durch die sie manches deutsche Buch erhielten, wenn es auch nur ein Lesebuch war. So schwer es auch ferner war, über die Grenze zu kommen auf dem rechtmäßigen und erlaubten Wege, so wußte doch der Jude stets Mittel und Wege, die Grenze zu überschreiten. In Preußen sah der polnische Jude, daß seine Glaubensgenossen schon bedeutende Fortschritte errungen hatten. Er ließ es sich nun angelegen sein, seinen Brüdern nachzukommen und bemühte sich, die deutsche Sprache besser zu erlernen, um deutsche Bücher mit Leichtigkeit und Nutzen lesen zu können, und sich selbst mit Hilfe mancher in Preußen angeschafften Bücher weiter zu bilden, um über das gewöhnliche polnische Judenthum immer weiter hinaus zu kommen. — Bekanntlich waren bereits in den zwanziger Jahren die ersten englischen Missionare nach Polen gekommen. Dieselben, sowie die Schriften, die sie auf ihren Reisen unter den Juden verbreiteten, wurden von den litthauischen Juden sehr freundlich begrüßt und ausgenommen. Während die gewöhnlichen polnischen Juden sich oft und viel ein Verdienst daraus machten, die Schriften der Missionare zu vernichten, waren die litthauischen angeregten Juden sehr erfreut, diese Traktate zu erhalten; namentlich waren ihnen die polnischen und dellischen oder auch hebräischen 1*

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