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Dibre Emeth · 1869-01-01 · 11-12 (1869) · page 18

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
25 (1869)
Issue
11-12 (1869)
Date
1869-01-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Die Hallische Mission unter Israel. Wir haben aus dem Werke Kalkars „Israel und die Kirche" die Geschichte der Judenbekehrungen bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts mitgetheilt; wir wollen heute noch über die Missionsbestrebungen, welche im Lauf des vorigen Jahrhunderts von Halle aus den Juden sich zuwandteu, nach demselben Buche berichten. Halle hat das Verdienst die Judenmission begonnen zu haben; von eigentlicher Mission darf man im Grunde erst seit dieser Zeit reden. Die Anregungen, welche Spener und Franke der evangelischen Kirche ihrer Zeit gegeben haben, erweckten nicht bloß die Liebe zur Missionsarbeit unter den Heiden, sondern auch unter den Juden. Pfarrer Johann Müller in Gotha, welcher mit umherreisenden Juden bekannt geworden war und ein lebhaftes Interesse für sie gefaßt hatte, fing damit an, eine für sie bestimmte Schrift über die Versöhnung in Christo zu verfassen und mit jüvisch-deutschen Lettern zu schreiben, und sein Wunsch war, daß sie in dieser Gestalt gedruckt werden möchte. Schon früher hatte er einen „Entwurf, wie mit den Juden umzugehen und von wahrer Herzensbekehrung zu reden sein möchte", verfaßt. Um die Juden desto eher zu gewinnen, hatte der Verfasser sich den hebräischen Namen Jochanan Kimchi (Uebersetzung des NamenS: Johann Müller) beigelegt. Die Schrift, in dialogischer Form abgefaßt, führte den Titel: „Licht am Abend"; sie soll jetzt von Neuem für das Werk der Mission verwandt werden. Professor v. Callenberg in Halle lernte die Handschrift kennen und ruhte nicht, bis er sie gedruckt sah. Mit Hülfe eines Arztes, Dr. Fromann, eines Proselyten, hatte er sich selbst eine kleine Buchdruckerei angeschafft, mit welcher Fromann die Bogen des Buches setzte, die Callenberg corrigirte. Es ward ihnen noch möglich, das fertige Buch dem Johann Müller an sein Sterbelager zu bringen; und als der taube Mann endlich verstand, was sie ihm in die Ohren riefen, hob er, mit Dank gegen Gott, seine Hände empor und starb. Callenberg hatte in Halle studirt und ward daselbst Professor, zuerst in der Philosophie, später in der Theologie. Ein gelehrter Orientalist aus Damaskus, Salomon Negri, welcher sich öfter in

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