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Dibre Emeth · 1869-01-01 · 11-12 (1869) · page 17

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Journal
Dibre Emeth
Volume
25 (1869)
Issue
11-12 (1869)
Date
1869-01-01
Page
– (sequence 17)
Language
German
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177 war ein praktisches und pädagogisches Mittel Gottes die Juden durch ein langes Leben von etwa 1500 Jahren unter einem solchen Gesetz zu überzeugen, daß Gott noch eine andere Gemeinschaft seiner Gnade zu ihrem Heile darbieten müßte. Das eine Glied der großen Menschheit, das eine Volk aus dem großen Völkerheere sollte den Beweis liefern, wie Gott seinen Willen zwar auf das Allerdeutlichste gebieten, wie er auch durch die mannigfaltigsten Lebensführungen esversuchen könnte, denselben recht in das Herz zu prägen, ja wie endlich der Mensch die Erkenntniß dieses befehlenden Willens immerhin besitzen mag und wie er von ihm trotzdem nicht gethan, nicht erfüllt wird, weil die Sünde dem Herzen die Kraft raubt. Auf diese Weise sollte Israel dem göttlichen Rathe zum Besten Aller dienen, während die.übrigen Völker die Aufgabe erhielten, die Erfahrung zu machen, daß auch mit derCultur noch nicht das Heil der Menschheit kommt. Es findet sich aber unter den wahrhaft Frommen des Alten Testaments auch dieErkenntniß, daß es bei einem theilweise nur fordernden, theilweise, soweit er dem Menschen etwas gab, auf lauter äußerlichen Dingen errichteten Bunde, wie es der Bund vom Sinai ist, nicht bleiben kann. Der Psalmist schon betet: schaff in mir Gott ein reines H^rz und gieb mir einen neuen gewissen Geist. Nichts Geringeres als eine Neuschöpfung hält er für nöthig; ihm ist es offenbar geworden, daß ein neues Fundament gelegt werden muß. Wir werden davon mehr zu sagen haben, wenn die Bedeutung der Prophetie entwickelt werden wird. Denn gerade der Prophetie ist die Aufgabe zugefallen, auf der einen Seite zwar für ihre Gegenwart das mosaische Bundesverhältniß unter Israel festzuhalten, auf der andern Seite aber gerade damit auch auf das Neue vorzubereiten, welches den alten Bund durch einen besseren ersetzen wird.— Auch des Opfers haben wir bisher keiner Erwähnung gethan; an einer anderen Stelle gedenken wir dies nachzuholen. Nachdem wir aber das Zeugniß des Alten Testamentes über den Mosaismus erhoben haben, hoffen wir das nächste Mal die modern jüdischen Ansichten an der so eben entwickelten Lehre des Alten Testamentes zu prüfen; einstweilen sind beide einander einfach gegenüber gestellt worden. 12

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