Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 25 (1869)
- Issue
- 11-12 (1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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178 Das Gesetz als Uebergangsstufe. Das Gesetz, wie wir vorhin gesehen haben, war nach der Darstellung des Alten Testamentes einerseits das göttliche Gut, welches Israel von Gott übergeben ward, damit es in dem Besitze desselben wissen sollte, Gott sei durch dieses Gesetz mit ihm in einen Bund, in Gemeinschaft getreten, während zwischen dem sündlichen Menschen und dem heiligen Gotte eigentlich keine Gemeinschaft bestehen sollte; und eben deshalb war es auch, wie schon ausgeführt, ein wabrhaftiges Gut, ein Gegenstand des Rühmens der frommen Israeliten. Aber es war andererseits doch auch durchaus noch nicht dasjenige Gut, welches der heilige Sinn der Gnade Gottes zuletzt den Sündern zugedacht hatte. Das sinaitische Gesetz war eben nur die Verfassung eines einzelnen Volkes; es bestimmte die Form und Gestalt und das Gebiet, in welchen das Reich Gottes während der Tage des Alten Testamentes bestehen sollte. Derselbe Gott, welcher einen Bund der Gnade mit Adam, mit Seths Geschlechts, mit Noah und Abraham geschlossen hatte, stiftete nunmehr einen Bund der Gnade mit einem Volke. Damit hatte derselbe eine größere Weite angenommen, er batte sich über einen größeren Kreis ausgedehnt. Auch bei dieser Stufe wollte er freilich nicht stehen bleiben, auch sie vielmehr überschreiten und zu höheren gelangen. Daß der Bund Gottes mit Israel ein Bund mit einem Volke war, bestimmte zugleich seine Grenzen, seine Engigkeit. Die Gnade Gottes hatte es aber aus einen Bund mit der ganzen Menschheit abgesehen. Bei jeder neuen Stufe, welche Gottes Bund im Alten Testamente erreicht, erklärt ausdrücklich sein Wort, daß ein höheres Ziel noch zu erreichen und die gegenwärtige neue Stufe eben ein Unterpfand, eine Verheißung auf dieses letzte Ziel hin sei. Der mosaische Bund sollte seine Zeit haben, aber er sollte auch selbst die Erkenntniß wirken, daß ein fernerer Bund nöthig sei und kommen werde, dem alsdann der sinaitische weichen müßte, ebenso wie er selbst die früheren Gemeinschaftsverhältnisse mit Gott abgclöst hatte. Der spätere Buird sollte ein wahrhaftiger Bund der Herzen mit Gott werden, er sollte von innen heraus Alles neu machen. So sagen Jeremias und die Propheten. Der mosaische Bund sollte es daher auch