Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 25 (1869)
- Issue
- 11-12 (1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2554541-2554773-2554780--05223-2561175- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
173 es sich den Weg führen läßt, welcher dem Moses von Gott gewiesen ist, und nicht wieder in blinder Thorheit nach dem Lande seiner Knechtschaft zurückeilt. Am Sinai soll es das Gesetz empfangen, aber kaum hört es die Stimme Gottes und vernimmt die sein Zeugniß begleitenden Naturerscheinungen, so flieht es und bittet Moses, er solle mit Gott reden, es wolle dem gehorchen, was Gott durch seinen Mund ihm sagen werde. Trotzdem ist wenige Tage darauf Alles wieder wie begraben, Aaron verfertigt dem Volke auf sein stürmisches Verlangen ein goldenes Kalb, und ganz Israel betet dasselbe als seinen Gott an, als den Erretter auö dem Aegypten, welches den Kälberdienst zu seinem Gottesdienste gemacht hatte. 3 Personen allein aus dem mehrere 100000 zählenden Volk sind nicht in die Götzenanbetung zurückgesunken. Ein späterer Prophet beschuldigt Israel sogar, daß es die ganze Zeit der Wüstenwanderung den Götzen gedient habe. Um alles dessen willen kann auch Gott mit dem Geschlechte, welches aus Aegypten geführt wird, das Werk im Lande der Verheißung nicht anfangen; bis auf 2 Mann muß es vernichtet werden; 40 Jahre bleibt es in der Wüste, um in derselben begraben zu werden. Erst die neue Generation darf in Canaan einziehn, und selbst zu dieser spricht Moses unmittelbar vor seinem Ende und an der Schwelle des Landes, das ihr Erbtheil werden soll; „ich kenne deine Halsstarrigkeit und deinen Ungehorsam. Siehe, weil ich heute noch mit euch lebe, seid ihr halsstarrig gewesen wider den Herrn, um wie viel mehr nach meinem Tode." Und als Grund der Erwählung Israels giebt Gott selbst 5. Moses 9 Folgendes an; er spricht: daß du, wenn der Herr die Völker Canaanö vor dir verstößt, nicht sprechest: der Herr hat mich hereingeführt das Land einzunehmen um meiner Gerechtigkeit willen, so doch der Herr vertreibt diese Heiden vor dir her um ihres gottlosen Wesens willen. Denn du kommst nicht herein ihr Land einzunehmen um deiner Gerechtigkeit und deines aufrichtigen Herzens willen, sondern der Herr, dein Gott, vertreibt diese Heiden um ihres gottlosen Wesens willen, daß er das Wort halte, das der Herr geschworen hat deinen Vätern Abraham, Isaak und Jacob. So wisse nun, daß der Herr, dein Gott, dir nicht um deiner Gerechtigkeit willen das gute Land giebt einzunehmen, sintemal du ein halsstarriges Volk bist". Und nun wird von