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Dibre Emeth · 1869-01-01 · 11-12 (1869) · page 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
25 (1869)
Issue
11-12 (1869)
Date
1869-01-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
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171 schaft mit Gott gestellt. Gott wird nunmehr der Gott Israels. Der Gott der Offenbarung wird das erste und höchste Gut Israels, während die Heiden nur selbstgemachte und selbsterdachte Götzen besitzen. Sodann wird Israel durch die ihm verliehene sinaitische Verfassung von allen andern Völkern unterschieden. Von Gott stammt dieser Unterschied. Einen göttlichen Charakter trägt mithin die ganze Eristenz, das ganze Dasein und die ganze Art und Weise der Nationalverfassung Israels. Israels Vorzug sind daher die ihm von Gott verliehenen Güter. Allein im Besitz dieser Güter, allein durch die Vermittelung derselben ist Israel Gottes Volk. Das Land Canaan selbst, der Tempel oder die Stistshütte, der Gottesdienst, die Priesterschaft sind ihm eben so viele Geschenke Gottes. Dadurch daß der heilige Gott diese Güter ihm verliehen hat, ist Israel selbst heilig; seine Heiligkeit beruht also durchaus auf lauter Dingen, die ihm von Gott zugetheilt worden sind. Israels Heiligkeit ist keineHeiligkeitseinerPersonen, ist nicht eineHeiligkeit seines Herzens und seiner in Gedanken wie in Worten oder in Thaten bewiesenen Reinigkeit, sondern sie ist ganz und gar nur eine Gabe, sie beruht auf den ihm von Gott unverdienterweise geschenkten besonderen Gütern, Ordnungen und äußeren Verhältnissen. So lange es diese hat, so lange ist es auch Gottes Volk; werden ihm dieselben genommen, dann tritt es aus dem besonderen Verhältniß zu Gott heraus, dann tritt es zurück in die Reihe der übrigen Menschen und hört aus die Gemeinde Gottes zu sein. Darum rühmen sich aber die Frommen des Alten Testamentes so oft des Gesetzes, darum sind sie so voll Lobes und Dankes über das Gut, welches ihnen allein unter allen Völkern Gott verliehen hat. Mag dasselbe sie auch tausendmal anklagen, dadurch, daß sie von Gott selbst die stnaitischen Ordnungen empfangen haben, stehen sie eben in einem Bunde mit ihm. Das ist der Hauptpunkt für das Verständniß des Gesetzes. Dasselbe ist allerdings voller Forderungen, aber zuerst ist es eine Gabe Gottes an Israel, ein Gut seiner Gnade, das er Israel vertraut hat, während er anderen Völkern nur ihre natürliche Gaben und Kräfte verliehen hat, damit sie dieselben entfalten möchten.

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