Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 25 (1869)
- Issue
- 11-12 (1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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169 nett Wesen und den natürlichen Verhältnissen des Menschen Herstetten. Das Neue beginnt sogleich an dem Tage des Sündenfalls, aber es ist nicht auf einmal in seiner letzten Vollendung da, sondern es nimmt, von Stufe zu Stufe fortschreitend, immer lebendigere Gestalt an. Das Ziel ist eine wahrhaftige Gemeinschaft des Menschen mit Gott, in stets neuen Anfängen eilt Gott diesem Ziele entgegen. Auf dieser Bahn zum Ziele hin nennt das Alte Testament auch das mosaische Gesetz. Durch dasselbe schließt Gott einen Bund mit dem Volke Israel, aber freilich nicht, um nun hiermit das Werk seiner. Gnade erschöpft zu haben. Er selbst verheißt vielmehr einen neuen Bund in späterer Zeit, der nichr wieder sein soll wie der Bund vom Sinai, sondern im Gegensatz zu jenem ersten den Willen Gottes durch den heiligen Geist lebendig in die Herzen eingeschrieben zeigen wird. So steht das Alte Testament zum mosaischen Gesetz, und hat gerade deshalb Hernachmals einen eifrigen Juden bekennen lassen „das Gesetz ist nur zwischeneingekommen über 400 Jahre nach der Verheißung, welche an Abraham geschehen ist." Das mosaische Gesetz ist weder der Anfang des Heils noch der Schluß desselben, sondern nur eine Phase in der Entfaltung des göttlichen Gnadenratheö. Das Werk des Heils, welches die Gnade Gottes unter der sündlichen Menschheit aufrichten wollte, trat durch das mosaische Gesetz aus dem engen Kreise der Familie oder des Geschlechts in den weitere» Kreis eines Volkes ein. So weit war dieses Gnadenwerk nunmehr gediehen; jetzt erwählte es ein Volk, um durch solche Vermittelung hernach über alle Völker, über die ganze Menschheit sich auszudehnen. Israel wird der Mittler für das übrige Menschengeschlecht. Die Vermittelung. Die ganze Geschichte der sündlichen Menschheit beherrscht nach dem Alten Testamente der Grundsatz der Vermittelung. Seitdem die Sünde eingetreten ist, hört schnell das unmittelbare Verhältniß Gottes und des Menschen auf. Unmittelbar thut Gott sich zwar Adam und Eva kund, aber unter ihren Nachkommen entziehen sich die Einen bald der Gemeinschaft, welche Gott trotz der Sünde mit ihnen noch erhalten hatte. Sein Gnadenwille aber bleibt der: Alle zu seinem Heile zu füh-