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Dibre Emeth · 1869-01-01 · 11-12 (1869) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
25 (1869)
Issue
11-12 (1869)
Date
1869-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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168 der, sie mögen an einem Menschen oder an Tausenden oder an einem ganzen Volke geschehen; sie sind allzumal laut redende Beweise, daß die Gnade Gottes an ihren heiligen Rath gedenkt, sie sind ebenso viele Verheißungen, daß sie ihr letztes Ziel auch erreichen wird. Dies der Standpunkt des ganzen Alten Testamentes, welches ja das Buch von dem großen Heilswerke der Gnade ist, welche die Sünder nicht Sünder und die Sterblichen nicht sterblich lassen will. Für das Alte Testament ist schon das Erdenleben des sündlichen Menschen selbst ein Wunder. In jedem Augenblick bedroht es die natürliche Macht des Todes; die stärkere Macht Gott behält den Sieg über diese feindliche Macht, und eben dadurch lebt der Mensch. Entzieht aber Gott seinen Geist oder Odem auch nur einen Augenblick, dann wird eben der Mensch eine Beute des Todes. Der Tod ist nach dem Alten Testamente für den sündlichen Menschen das Natürliche, der Gegensatz gegen dieses ihm Natürliche ist sein Leben. Einzelne besonders auffällige Aeußerungen der lebendigen Macht Gottes, die in der Zeit dieses Erdendaseins des Menschen sich beweist, Pflegen wir auch insbesondere „ Wunder" zu nennen, aber sie find im Grunde nur dasselbe, was die ganze Thatsache unseres Erdenlebens ist, nur eigenthümliche und nicht so häufig vorkommende Erscheinungen derselben. Die Liebe Gottes ist der Grund, daß Menschen trotz der Sünde leben, die Liebe Gottes ist ebenso der Grund der einzelnen übrigen Wundererscheinungen. Diese gewöhnlich sogenannten Wunder sind Thaten der Gnade oder des Gerichtes Gottes, welche derselbe auf seinem Wege, der das Heil der Menschen im Auge hat, anwendet, um hier und da ein Herz oder viele Herzen darauf hinzuweisen, daß die Gnade Gottes das Leben der Menschen sucht und daß sein Zorn ihre größte Furcht sein soll. Das Alte Testament, welches uns zeigt, wie Gott alles Menschenleben in eine solche Verbindung mit ihm selbst führen will, daß er einen wahrhaft heiligen und wahrhaft seligen Schluß zuletzt erreicht, bringt uns auch das rechte Verständniß für das Wunder. Die Entwickelung des Heilswerkes. Auf ein Neues also hat es Gottes Gnade mit den Sündern abgesehen; seine allmächtige Liebe will es im Gegensatz zu dem angebore-

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