Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 25 (1869)
- Issue
- 11-12 (1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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165 Herzen Gottes und kann daher dem Menschen nur bekannt werden, wenn Gott es auf anderen Wegen als auf den Wegen deS natürlich menschlichen Schließens ihm kund werden läßt. Nach dem Alten Testamente kommt alles Wissen von irgend welchem Guten, das Gott den Sündern erweist, lediglich von der Offenbarung her. Gottes Wort allein sagt es zu, sein Wort deckt den Rath seiner Liebe auf, sein Wort die tiefe und reiche Macht der Gnade, welche trotz aller Störungen, die ihr unaufhörlich von Seiten der Menschen bereitet werden, ihr Ziel sicher im Auge behält. Gott ist es, der es Eva verheißt, daß sie einen Samen empfangen soll, welcher einen letzten, endlichen Sieg über den Verführer davon tragen wird, und aufdiese Verheißung Gottes fußend nennt Adam'sein Weib „Eva", das ist, „Mutter der Lebendigen." Gott ist es, der es Noah ankündigt, er wolle das bisherige Geschlecht vertilgen und durch ihn einen neuen Anfang der Menschheit beginnen lassen. Gott ist es, der, wie ausdrücklich hervorgehoben wird, aus einem götzendienerischen Hause einen Mann, den Abraham, herausruft, um von ihm zuerst eine Familie, sodann ein Geschlecht und hernach ein Volk abstammen zu lassen, unter denen seine Offenbarung fortan ihren eigentlichen Sitz haben soll. Abraham erkennt durchaus nicht, daß ein besonderes Geschlecht nöthig wäre, um durch dasselbe der ganzen Welt den Segen Gottes zu bringen,; er entschließt sich keineswegs von selbst sein Vaterland zu verlassen und thut alles Mögliche die natürlichen Verhältnisse oder Mittel, welche ihm eine Nachkommenschaft sichern, festzuhalten. Gott ganz allein thut ihm kund, was noth ist, damit sein heiliger Plan zur Ausführung komme. Noah und Abraham stehen dazu in der That auch mit allen Anderen unter dem gemeinsamen Gericht des Todes, aber Gott verkündigt ihnen das Besondere, daß er trotzdem für sein heiliges Werk unter den Menschen sie gebrauchen wolle. Und so ist es weiter in aller ferneren Geschichte. Moses weiß zuerst von einer Errettung Israels durch seine eigene Kraft, aber der Erfolg ist nur Noth für ihn selbst und doppelte Noth für sein Volk. Hernach wird er von Gott gerufen, und gerade da kommt er allein mit Unterdrückung seines eigenen widerstrebenden Willens. Eben so bestimmt Gottes Weisung den David zum Könige Israels; durch Gottes Offenbarungen geben alle Propheten jeden einzelnen Schritt auf der Straße