Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 25 (1869)
- Issue
- 9-10 (1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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158 der von dem 53. Cap.Jesaiah, „von wem redet der Prophet solches?" zu reden. Da war ein junger Mann in dem Zimmer, der gelehrteste Rabbi in Jerusalem, der im Stande war 14 oder 15 Sprachen zu sprechen und eine besonders hervorragende Stellung in dieser Stad! einzunehmen hoffte. Dieser junge Mann kam später zu H. Fränkel nach 12 monatlichem Forschen und bat dringend getauft zu werden. Fränkel wollte ihn nichtsogleich taufen, denn Ihre Missionare begehren nicht Proselyten zu machen, sondern Seelen für Christum zu gewinnen. Endlich jedoch wurde er getauft, und dann traf ihn, was Fränkel ihn, vorausgesagt hatte, der Verlust aller Dinge. Sein Weib wurde ihn, genommen, sein Einkommen ihm entzogen und er wurde von seinem Volke ausgestoßen. Das war der nämliche junge Mann, den ich in der GebetSversammlung sah, und nachdem er in das Jndustriehaus gegangen war und eine kurzeZeit in dem Gewerbe eines Zimmermanns gearbeitet hatte, ist er jetzt als ein Schristvorleser angestellt, geht ein und auS bei den Juden und wird freundlich ausgenommen, wohin er kommt. Nun das ist ein Beispiel des Erfolges dieser Gesellschaft. H. Fränkel kam eines Abends zu mir und bat mich einer seiner Gebets- Versammlungen beizuwohnen. Ich ging mit ihm in dieselbe, aber, wenn Sie mir auch die Welt gäben, ich würde den Ort nicht wiederfinden, wo sie gehalten wurde. Nachdem wir durch ein unteres Zimmer gegangen waren, in welchem sich eine liebenswürdige Frau und ihre Kinder befanden, stiegen wir hinauf in ein oberes, und dann — ich spreche nicht bildlich, sondern buchstäblich — hatten wir durch ein schmales Loch zu kriechen, um uns darauf in einem großen, weiten Raume zu befinden, dem oberen Saale gleichend, in welchem unser Herr beim Abendmahle saß, in dem 28 Männer sich befanden. Ihre Bilder leben noch in meinem Gedächtniß, jedes Gesicht war ein Portrait. Was war das für ein Kreis von Männern! welche Gesichter sah man da! Der Gegenstand, über welchen sie sprachenwaren die zwei Bündnisse der Hagar und Sarah — denn kein Mensch kann das Evangelium verstehen, wenn er nicht die zwei Testamente versteht—den Unterschied zwischen dem alten Bunde derWerke und dem neuen Bunde der Gnade. Die Unterrredung hatte deutsch stattgefunden, aber, ich vermuthe, aus Artigkeit gegen meine Anwesenheit wurde sie englisch fortgeführt. Die