Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 25 (1869)
- Issue
- 9-10 (1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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157 Sprachen gesungen wurde, der Tod unseres hochgelobten Herrn und seine Wirkung lebendiger als jemals früher mir sich darstellte. Die zahlreichen Gottesdienste, welche mit dieser Mistion in Jerusalem zusammenhängen, werden wohl besorgt, und sie bringen einen höchst wohlthätigen Eindruck hervor. Ich war sehr über folgende Methode überrascht, die von den Arbeitern dieser Gesellschaft befolgt wird: sie nehmen den Abschnitt der heiligen Schrift aus dem alten Testamente, welcher in der Synagoge gelesen wird, an einem besonderen Tage, drucken ihn arabisch und stellen ihn auf dem Berge Zion aus, an einer recht weit sichtbaren Stelle, und dann nehmen sie einige Stücke der Schrift aus dem Neuen Testamente, die von dem nämlichen Gegenstände handeln und drucken sie so ab, daß sie neben dem alttestamentlichen Abschnitt zu stehen kommen. Es ist für Sie fast unmöglich zu verstehen, wie wohlthätig diese Art und Weise der Wirksamkeit in Jerusalem ist. In der That, ich kann Ihnen sagen, daß wenn die Missionare einen Feiertag sich einmal gönnen und diese Plakate auf dem Berge Zion nicht ausstellen, die Juden kommen und sehr bitter sich beklagen, daß die Missionare nicht ihre Schuldigkeit thaten. Sie können kaum glauben, welch eine freundliche Stimmung gegen uns unter den Juden hervorgetreten ist. H. Frankel, ich selbst und unser Begleiter pflegten ein- und auszugehen in allen Hütten und Wohnungen der Juden, und wir wurden aus jede mögliche Weise willkommen geheißen. Ohne Zweifel ist das Werk, welches diese Gesellschaft unternommen hat, ein schwieriges, aber wenn wir die Mittel gebrauchen, welche Gott selbst geordnet hat, dürfen wir seinen Segen über die Arbeit der Gesellschaft erwarten. Ich fühle mich in Verlegenheit Ihnen eine wirklich angemessene Vorstellung von dem Erfolge zu geben, welchen wir in einer beschränkten Zeit gewonnen haben. In der Gebetsversammlung, welche ich erwähnt habe, war ein junger Mann, der arabisch betete, und obwohl ich natürlich ihn nicht verstehen konnte, war ich dennoch, das weiß ich wohl, im Stande in das einzudringen, was er fühlte. Sein war in der That die Sprache und die Art und Weise seiner Andacht und sicher habe ich niemals eine ausgebildetere Stimme gehört. Vor einiger Zeit ging H. Fränkel auö einen jüdischen Rabbi von ziemlicher Stellung, mit welchem er auf vertrantem Fuße stand, zu besuchen, und sie begannen mit einan-