Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1869-01-01 · 9-10 (1869) · page 27

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
25 (1869)
Issue
9-10 (1869)
Date
1869-01-01
Page
– (sequence 27)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2554541-2554773-2554779--05204-2561155
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

155 Als unsere Brüder in Abyssimen Jahr für Jahr in Gefangenschaft und unter den Händen eines grausamen Tyrannen schmachteten, warteten sie lange Zeit auf ihre Befreiung, aber sie kam nicht, und doch zuletzt bewegte der Herr das Ganze dieser großen Nation in seiner Kraft auszugehen und diese Gefangenen aus dem Gefängniß zu erretten. So gingen wohl Jahre dahin, und das Volk verharrte im Gebet, aber zuletzt, da der Herr eintrat, wurden auch die Thüren des Gefängnisses erbrochen, die Ketten fielen ab und die Gefangenen waren frei. Das ist eine Lehre für uns. AuS solchen Dingen sollten wir lernen, daß jetzt die Tage der geringen Dinge sind, aber unsere Pflicht und unser hohes Vorrecht sollen uns klar sein. Lasten Sie uns dem Herrn danken für Alles, was er gethan hat, und vor ihm niederknieen im ernsten Gebet, daß die Zeit für den Herrn selbst komme, da er sein Volk befreit und sein großes Werk gelingen läßt; und zu seiner Zeit, der rechten, wird der Herr auf solches Gebet antworten. Rev. Bardsley will als ein Augenzeuge von dem sprechen, was er in Jerusalem hinsichtlich des Werkes der Gesellschaft gesehen hat. Der Traum meiner frühesten Jahre ward vor Kurzem Wirklichkeit, als ich in den Straßen dieser heiligen Stadt stand. Jetzt steht Bischof Gobat nicht in amtlicher Verbindung mit dieser Gesellschaft, und es ward mir auch nicht gegeben ihn in Jerusalem zu sehen. Doch wurde mir das Glück zn Theil mit ihm für einige Zeit zu Beirut in Verbindung zu treten in dem Hause der Frau Bowen Thompson, deren Name durch das ganze Land mit Schulen von unschätzbarer Bedeutung im Zusammenhänge steht. Es ward mir vergönnt die Erfahrung von der tiefen Frömmigkeit des Bischofs, seinen weitherzigen Ansichten, seinem liebenswürdigen Geiste und seiner eindringenden Kenntniß des göttlichen Wortes zu machen: Eigenschaften, welche ihn in hohem Maße ausrüsten eine Zierde seines Amtes zu sein und die Pflichten eines christlichen Bischofs zu erfüllen. Und ich will hinzusetzen , daß, obwohl ich und meine Begleiter mit allen Gesellschaftsklassen und Leuten aus allen Glaubensbekenntnissen verkehrten, von Alexandria bis Damaskus, ich niemals ein ihn herabsetzendes Wort hörte; es wurde stets von ihm mit Achtung gesprochen, und sehr oft sogar in Ausdrücken der Liebe und Bewunderung.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.