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Dibre Emeth · 1869-01-01 · 9-10 (1869) · page 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
25 (1869)
Issue
9-10 (1869)
Date
1869-01-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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143 zerstreut. In aller Welt sollten die Israeliten nun der religiöse Sauerteig werden für die ganze Menschheit; sie mußten daher aller Orten bestehn, um die reine Gotteslehre zu erhalten, zu bewahren, zu bezeugen und zu lehren. Israel ist berufen sein Erbtbeil, die Offenbarung, immer mehr zum Eigenthum der Menschheit zu machen. Aber die Wahrheiten der Offenbarung sollten von der Menschheit nur auf dem Wege freier Entwickelung angenommen werden und deßhalb natürlich in ihrer Integrität bis zu diesem Zeitpunkte ungefährdet bleiben. Die Offenbarung sollte auf eine Entwickelung der Menschen einwirken und das Ziel derselben sein, aber ihre Freiheit nicht beschränken, sondern als Sieg der Wahrheit hervorgehen. Die Wahrheit sollte nicht eine von der Schöpfung an octrohirte Charte an die Menschen sein. Wie Israel sollten die Menschen sich frei für dieselbe entscheiden. Als Gefäß der Wahrheit muß Israel so lange bestehn, bis es einst den Inhalt derselben in die ganze Welt ausschüttet. Dem Berufe durch sein Dasein die Eristenz der höchsten Erkenntnisse, und daß dieselben in den Stürmen der Menschenwelt nicht verloren gehn, zu beweisen, mußte der israelitische Stamm ganz hingegeben sein, und nichts findet sich offenbarer in der Geschichte Israels als dies. Die Geschichte hat es bewiesen, daß der Stamm Israels besonders geeignet war der Menschheit die Wahrheit zu erhalten. Israels Charakter eignete ebenso sehr dazu als seine historischen Verhältnisse. Die Offenbarung nun, welche an Israel ergangen ist, besteht in strikten Vorschriften und Lehrsätzen, die unverändert von Geschlecht zu Geschlecht überliefert werden. Diese Lehren und Vorschriften, an sich unwandelbar, haben dennoch eine zweifache Entwickelung durchzumachen: 1) was ihr Verständniß, 2) was die Ausbreitung ihrer Herrschaft über die Menschen betrifft. Nur die concrete Gestaltung der Ideen der Offenbarung wechselt, so daß sie in immer neue concrete Gestaltung übergeht, auf neuen und tieferen Bahnen im Leben der Geister und der Gesellschaft. Die Grundlage der Offenbahrungslehre giebt die Thorah, deren Gedanke ist, daß das ganze Leben von der Lehre sich durchdringen

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