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Dibre Emeth · 1869-01-01 · 9-10 (1869) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
25 (1869)
Issue
9-10 (1869)
Date
1869-01-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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140 giösen Gedankens gelegen. Mit den edlen Früchten wurden allerdings auch Aftergebilde hervorgetrieben, aber die gläubige Naivetät hatte in der Reinheit und Unschuld ihrer Intentionen vor sich selbst die vollgültigste Rechtfertigung. Parallel dieser Auffassung der Geschichte der Vergangenheit lief die Erweiterung und Vertiefung der religiösen Gedanken, des als freies sittliches Element in der Schrift Niedergelegten. Das an die Nation in ihrer historischen Stellung ergangene Wort trat nun der Gemeinde, der religiösen Genossenschaft, gegenüber, die nur in ihrem Bekenntniß sich als Ganzes erkannte. Ganz bestimmte Punkte traten hervor, leitende Gedanken, welche in den mannigfaltigsten Wendungen aus den biblischen Büchern abgeleitet werden. Diese sind: Gott in seiner Allmacht und Herrlichkeit; in seinem Walten in der Natur; in dem Leben der Menschen; in den Geschicken der Völker; seine Liebe und Milde, seine ahndende Gerechtigkeit; Gott, der die Lehre geoffenbart und in ihr an Israel das höchste Kleinod übergeben; die Trefflichkeit der Gotteslehre als die reinste und beseligendste Anleitung zur Erkenntniß und zu sittlicher Erhebung; der Mensch in dem, was'er kann und soll, in seiner Würde und Hoheit, als göttlicher Begabung theilhaftig; der Werth der Weisheit; das Glück der Frommen und der im Gesetz Wandelnden; das Unglück des Sündigen und des von Gott Abtrünnigen; die Pflichten des Menschen gegen Gott und den Nebenmenschen. Aber von dem vielberufenen Pharisäismus und der sprüchwörtlich gewordenen Werkheiligkeit, zu der diese Schriften verleiten sollen, wird dem Kenner dieser Litteratur nichts begegnet sein. Dies über den Geist des Talmud. Alle Auslegungen des Gesetzes in demselben aber sind für alle Zeiten bindend, jede derselben ist ein Hauptglaubensgrundsatz. Die mündliche Lehre, welche in den 60 Büchern des babylonischen Talmund, im Jerusalemischen Talmud und in den Midraschim enthalten ist, bleibt verpflichtend für alle Zukunft. Von alle dem darf nichts abgethan werden, nichts Altes ist je zu verdrängen, sondern es ist nur erlaubt neue Erläuterungen als Auslegungen der früher bestimmten hinzuzunehmen. Unter der Leitung dieser Bücher soll Israel seiner Zukunft entgegen

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