Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 25 (1869)
- Issue
- 9-10 (1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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137 absolute Pharao will Israel nicht aus der Knechtschaft lassen, trotz der Forderung Gottes; dafür findet er den Untergang im rochen Meere. Darauf führt Moses das Volk an den Berg Sinai, und Gott verkündigt sein Grundgesetz unter Donner und Blitz. Moses aber, der Diener Gottes, fragte das Volk: wollt ihr das Gesetz Gottes annehmen und halten? Und alles Volk antwortete: Alles, was der Herr verkündet hat, wollen wir halten. Und nun ließ Gott dem Volk verkündigen, daß durch Annahme seines Gesetzes ein ewiger Bund zwischen ihm und dem Volke gestiftet sei. Gott verspricht stets seinen Bund zu halten und fordert vom Volk, daß es ebenfalls dem beschworenen Bunde treu bleiben müsse. - Gott selbst will also sein Recht als Herrscher auf einen Vertrag, auf ein Bündniß gründen, nicht auf seine Schöpfungökraft. Gott hatte den Menschen mit freiem Willen geschaffen, er wollte auch sein Selbstbestimmungsrecht gelten lassen. Daher spricht er in der heiligen Schrift seinen Abscheu gegen den Absolutismus der Heiden aus, gegen die Gräuel der Herrscher, und schwört diese zu rächen. Durch seinen Diener Moses läßt nun Gott den Ausbau des Grundgesetzes durch Specialgesetze vollenden, dem Volke aber wurde das Gesetz zur Annahme vorgelegt, und das Volk antwortete, daß es das Gesetz annehmen und befolgen wolle. So hat Gott vorgezeichnet, in welcher Weise er wolle, daß regiert werden solle. Er verkündigt sein Gesetz und fragt das Volk, ob es dieses Gesetz annehme; mithin ist der Constitutionalismus von Gott selbst eingeführt. Außer diesem Punkte bleibt nothwendigerweise auch der noch ins Auge zu fassen, welche Auffassung das Opfer des Alten Testamentes unter den heutigen Orthodoxen findet. Wir behalten uns denselben aber für eine spätere Stelle vor. Für jetzt genügt es, wenn wir die folgende Zusammenfassung von der Bedeutung des Gesetzes uns anführen lassen. Dasselbe hat die vier Grundsätze des Judenthums in ganz bestimmter Gestalt ausgestellt: 1) daß es einen lebendigen Gott, den Ursprung alles Lebens giebt; 2) daß derselbe der Gott Israels ist, welcher Israel nach der Gerechtigkeit, die das Verdienst belohnt, seine besondere Fürsorge zugewandt hat;