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Dibre Emeth · 1869-01-01 · 9-10 (1869) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
25 (1869)
Issue
9-10 (1869)
Date
1869-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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134 In der Thorah ist Alles aus einem Geiste: sie ist die Wahrheit in ihrer praktischen Anwendung; sie ist der ewige Geist der Wahrheit in praktischen Geboten und Verboten, Erzählungen und Darlegungen. Sämmtliche Gesetze Israels sind göttliche Gesetze, welche die ewige Wahrheit enthalten, aus denen erst die Aufklärung und Civilisation über die Menschen kommt. Die vollkommene Gotteslehre ist mithin in dem Gesetz Mosts für immer niedergelegt. Die Religion Israels oder das Judenthum oder die Religion des mosaischen Gesetzes ist daher keiner Entwickelung fähig oder ihrer bedürftig. Die Jahrtausende haben hier nichts hinzuzufügen oder abzuthun. Die Thorah wird nie vertauscht, nie wird eine andere eristiren, sagt der neunte unter den dreizehn Glaubensartikeln des Judenthums. Man ist nur im Stande sie besser zu verstehn und zu erforschen. Die Gotteslehre selbst aber ist stabil und Alles in ihr auch für jede Zukunft gleichberechtigt. Ebenso vollberechtigt wie die Herzenspflichten des mosaischen Gesetzes sind die äußeren Formen oder Ceremonien. Denn im Religiösen ist nicht das Verlangen der Menschheit, nicht was sie verlangt, sondern was Gott von der Menschheit verlangt, das Entscheidende. Allen Geboten Gottes gegenüber haben wir nur einen Standpunkt einzunehmen, daß sie der Wille Gottes an uns sind, und nicht zu unterscheiden zwischen Wichtigem und Unwichtigem. Der Wille Gottes fordert eben Gehorsam; kein Opfer z. B. kann den Gehorsam ersetzen, es dürfen nicht freiwillige Opfer an die Stelle des Gehorsams treten wollen. Ungehorsam ist Götzendienst, der eigene Wille wird durch denselben zum Gott gemacht. Dies ist der Standpunkt Samuels gegenüber dem Könige Saul. Aber fteilich alle Vorschriften der jüdischen Religion haben ihren inneren Werth. Ganz falsch wird ihnen vorgeworfen, daß sie ausschließlich mit dem äußeren Menschen sich befassen, und ihre Gesetze und Vorschriften nicht für Veredelung des Herzens, für Läuterung der Denkweise, auf die Erhebung des Gemüthes zu Gott berechnet wären. Sogleich die zehn Gebote wollen die sündhaften Neigungen beherrschen lehren, sie fordern die Liebe Gottes und die Liebe der Menschen. Das zehnte gebietet die Veredelung des Herzens. Das Herz muß von der Gotteslehre durchdrungen sein, wenn sie bleibend und fruchtbringend

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