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Dibre Emeth · 1869-01-01 · 9-10 (1869) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
25 (1869)
Issue
9-10 (1869)
Date
1869-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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132 lief) Israel Anspruch auf die Offenbarung hatte); ich verlobte mich niit dir durch den Glauben, durch die Offenbarung und durch das Gesetz, damit du das Wesen Gottes erkenntest; denn die Fähigkeit zu solcher Erkenntniß erlangst du nur durch Uebung der Gottesgebote, welche die Seele reinigen und läutern. Israels durch Generationen wohlerworbenes Verdienst war es also, sein steter Kampf gegen den Zeitgeist und sein Hangen an dem einzigeinen Gott, welche ihm das Gesetz verliehn haben. Durch Israel aber wollte Gott auf die ganze Welt wirken, es sollte ein Segen für die ganze Menschheit werden. Dieses Volk sollte durch die praktische Ausführung der Thorah, des Gesetzes vom Sinai, einen für alle Völker mustergiltigen Staat bilden, ein Reich von Priestern, ein heiliges Volk. Gott erniedrigte es in Aegypten, um es zu erheben, um es zu läutern. Nach dieser Belehrung lassen wir uns nun ausführlicher und eingehender die Bedeutung deS Gesetzes und des auf demselben erwachsenen Judenthums aus orthodoxem Munde darlegen. Das Gesetz Mosis ist die Gotteölehre. Die Gotteölehre ist der auf dem Sinai geoffenbarte Gottesgeist. Der Mensch, das Mittelwesen zwischen den rein geistigen und rein irdischen Wesen, weil in ihm Geist und Körper verbunden sind, sollte durch die Thorah, daö Gesetz, den Sieg des geistigen Elements erlangen. Durch den Besitz dieses Gutes sollte er eine Höhe erklimmen, welche ihn über die Engel führte. Die Thorah aber ist nichts als der Name Gottes, und ebenso ist die ganze Welt nichts als der Name Gottes. Daö Gesetz und die geschaffene Welt sind eigentlich identisch; sie verhalten sich zu einander wie Bauriß und Gebäude, wie Verfassung und Staat; die Gesetze der Thorah könnten aus der Welt, und die Naturgesetze aus der Thorah abstrahirt werden. Aber die Thorah als rein geistiges Element ist viel kostbarer als die Körperwelt. Daher sprachen die Engel zu Gott: „Gib doch dein verborgenes Kleinod nicht den Menschen, laß deine Majestät am Himmel walten und laß die sinnlichen Menschen aus der Sinnlichkeü ihre Weisheit schöpfen." Jene große Weisheit aber, jener geistige Inbegriff des gesammten Weltalls, liegt nicht offenbar in der Thorah, er ist nur zugänglich dem

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