Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 25 (1869)
- Issue
- 7-8 (1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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ISS Mißgunst, die so oft daS Werk der Judenmission treffe, sprachen, stch zurückbeziehend, fügte dann der Bischof hinzu: Man sagt uns manchmal, die Herzen der Juden sind härter als andere, ihre Nacken steifer und ihr Gemüth halsstarriger. Ich glaube daran nicht, denn ich meine, das Herz meines theuren Freundes Stern, welcher hier zu meiner Linken sitzt und den ich das schöne Vorrecht empfangen hatte vor etwa 25 Jahren in der heiligen Stadt selbst ordiniren zu dürfen, ist nicht härter als das Ihrige und das meine. Aus der Erfahrung, welche ich an jüdischen Herzen gemacht habe, bin ich geneigt zu denken, daß sie so zartfühlend, so ergeben, so wahr, so mit Liebe erfüllt sind als irgend welche andere Herzen, welche man sonst in Leibern findet, die Gott bereitet hat. Ich finde, daß kein Herz über der Macht des allmächtigen Gottes es zu bekehren und zu verwandeln steht. Die Gnade Gottes ist eine mächtige Kraft, welche das Herz des Juden zu der Liebe gegen den Messias, welchen seine Väter gekreuzigt haben, ebenso leicht verwandeln kann als das Herz eines Heiden. Aber das ist nur ein Jrrthum. Es existirt noch ein anderer: Daß wir in dem Werke dieser Gesellschaft ein Werk auf uns nehmen, welches Gott sich selbst Vorbehalten hat, der zu seiner Zeit die Juden bekehren wird, so daß wir deshalb, indem wir es versuchen, etwas vorausnehmen, was uns nicht gebührt. Ohne Zweifel ist es Gottes eigenes Werk die große Sammlung der jüdischen Nation in derjenigen Zeit, welche er selbst gesetzt hat, zu erfüllen, aber zugleich ist es unser Werk den Ueberblieb einzusammeln und ihn hinüber zu ziehen zu der Erkenntniß und Liebe Ehristi, soweit der allmächtige Gott es uns gestattet in dieser Arbeit seine Werkzeuge zu sein. Gerade dies ist ganz insbesondere eine christliche Pflicht. Wir haben es unternommen Mitarbeiter in diesem Werke mit Gott selbst zu fein , und in dem Namen unseres Herrn Jesu Christi, der uns geboten hat sein herrliches Banner der Wahrheit und der Liebe hinauszutragen zu allen Menschen aller Himmelsstriche, aller Farben, aller Sprachen, aller Racen, ohne für einen Augenblick auch nur das alte jüdische Volk auszuschließen. Dieser Jrrthum also ist zu verwerfen. Aber es giebt einen anderen, der sich auf die Behauptung gründet, daß nie ein Jude wahrhaftig zu Gott bekehrt wurde. Manche sagen, sie glaubten nicht, daß solche Bekehrungen je stattfänden, aber eben deshalb glauben sie