Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 25 (1869)
- Issue
- 7-8 (1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2554541-2554773-2554778--05168-2561118- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
120 Wenn tffin seit dem Schluffe des 18. Jahrhunderts die Bekehrungen der Juden in ungewöhnlichem Maße sich gemehrt haben, so hat dazu die ganze äußere und innere Veränderung, welche „das Zeitalter der Aufklärung" in der Lage der Juden herbeigeführt hat, offenbar das Meiste beigetragen. Es ist sehr richtig gesagt worden, daß, nachdem man die Juden in nähere Verbindung mit den Christen hat treten lassen, dieselben auch christliche Anschauungen einathmen. Und eben daher zeige man den Juden vor Allem Liebe, nicht eine süßliche und affectirte, sondern eine herzlich wohlwollende und natürliche. Dadurch werden sie am Besten die Kräfte der zukünftigen Welt inne werden. In diesem Sinne wirkte der Spenersche Pietismus sehr segensreich, denn lebendiger Glaube und heiliges Leben waren ihm die Hauptsache. Das wahrhaft christliche Leben, welches dieser Pietismus in vielen Kreisen weckte, hat auf tiefere Gemüther unter den Juden einen nachhaltigen Eindruck hervorgebracht. Daher hat der Pietismus so viele Israeliten zur Kirche geführt, von denen nicht wenige in Kirche und Schule gedient und auch litterarisch sich bekannt gemacht haben. Schon die Namen vieler Proselyten legen ein Zeugniß davon ab, daß mit dem neuen Glauben ein neues Leben ihnen aufgegangen war; noch heute begegnen wir solchen, wir nennen nur beispielsweise die: Christlieb, Christfeld, Gottlieb, Gottlob, Christhold, Friedenreich, Gottfried, Lebrecht, Reumann, Neander, Heilbrunn, Lichtenberg, Lichtenfeld u. s. w. Und nicht die evangelische Kirche allein, sondern auch die katholische hat bedeutende Convertiten des 17. und 18. Jahrhunderts aufzuweisen, vr. Kalkar verzeichnet eine lange Reihe derselben aus beiden Kirchen. Jahresfest der Londoner Gesellschaft ftir Israel. Am 6. Mai dieses Jahres feierte die Londoner Missionsgesellschaft für Israel ihren 61. Jahrestag. Die Dibre Emeth wollen auch diesmal, wie stets bisher, einige Mittheilungen von diesem Feste bringen.