Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 25 (1869)
- Issue
- 7-8 (1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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117 Ende (1708) versammelte er die Bekehrten an seinem Bette und ermahnte sie zu treuem Festhalten an dem Bekenntnis Christi. Aus seinen eigenen Mitteln und reichen Gaben, besonders der durch ihn gewonnenen Proselyten, stiftete er einen bedeutenden Fonds, dessen Zinsen ausschließlich zur Förderung der Missionssache verwandt werden sollten. Zwei Söhne haben die Arbeit des Vaters treu fortgesetzt. Nach dem Aussterben des Mannesstammes hat der Senat die Verwaltung dieser Stiftung übernommen, welche jedoch seitdem ihre Wirksamkeit beinahe völlig verloren hat. Edzards Gaben, sein ungewöhnliches Gedächtniß, seine Freudigkeit zum Werk und seine innige Liebe zu den Juden vereinten sich schön zur Misstonsthätigkeit. Allerdings aber unterstützten ihn auch die Gesetze der Stadt, welche jedem in Hamburg sich niederlassenden Juden es zur Pflicht machten, seine Kinder in die christliche Schule zu schicken. Waren dieselben dann zum Alter der Unterscheidung gelangt, so wurde es in ihre Wahl gestellt Juden zu bleiben oder sich taufen zu lassen. Alles dies wirkte dazu, daß Edzard eine viel größere Zahl von Juden zum christlichen Glauben führen durfte, als irgend einer vor ihm in der evangelischen Kirche. Sein Sohn Sebastian, Professor am hamburgischen Gymnasium, gewann gleichfalls viele Herzen der Juden für das Evangelium. Spener sodann hat mit ebenso großem Ernst als Liebe sich der Sache zugewandt. Er nannte die Mission nach den Anschauungen seiner Zeit zwar eine Regierungspflicht, aber sagte ausdrücklich, daß im Reiche Christi für den Zwang kein Raum sei. Auch rieth er den Juden eine Veränderung in ihrem Gewerbe zuzugestehen, da der Kleinhandel zum Betrüge in hohem Grade verführe. Das größte Hinderniß der Bekehrung, der Christen unheiliger Wandel, müsse deutlich als solches zugestanden werden. In der Predigt sei nicht mit den schwierigsten Lehren der Anfang zu machen, sondern zu zeigen, daß Jesu Lehre eben so heilig sei als die des Moses, und daß im Alten Testamente ein solcher Messias wie Jesus Christus vorausgesagt sei. Im Catechumenenunterricht sei das Hauptaugenmerk auf den Wandel zu richten und das Leben wahrhaft gottesfürchtiger Proselyten der Gemeinde als ein Zeugniß der erneuernden göttlichen Kraft der Taufe vorzuhalten.