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Dibre Emeth · 1869-01-01 · 7-8 (1869) · page 19

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
25 (1869)
Issue
7-8 (1869)
Date
1869-01-01
Page
– (sequence 19)
Language
German
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115 war. Eine Schrift desselben: propugnaculum fidei christianae galt in der ganzen damaligen Zeit als ein zweischneidiges Schwert, welches die Juden durchbohrt habe (1818). Er veranstaltete auch öffentliche Disputationen mit gelehrten Juden. Sonst nennen wir Paul Weidner, einen Arzt, der nach langen Kämpfen sich entschloß ein Christ zu werden und später Professor des Hebräischen in Wien wurde. Durch eine Predigt in Prag soll er auf einmal mehrere Juden gewonnen haben. Im Allgemeinen griffen die Proselyten ihre früheren Glaubensgenossen heftig, oft in gehässigen Schriften, an. Das 17. und 18.Jahrhundert weisen eine fast unübersehbare Reihe derartiger litterarischer Produkte auf. An der Spitze steht Johann Pfefferkorn, 1506 in Cöln getauft. In seinen ersten Schriften, welche die Bekehrung der Juden zum Zweck hatten, stimmt er einen sehr milden und sanften Ton an. Hernach aber nennt er in anderen Schriften die Juden Ketzer und Buben, welche entweder die Obrigkeit oder das Volk aus dem Lande jagen müsse. Wirklich erschien auch ein kaiserliches Mandat, daß alle von Juden zur Verspottung der christlichen Kirche herausgegebenen Schriften durch die Priester aufgesucht und verbrannt werden sollten, später sogar der Befehl alle jüdischen Bücher, mir Ausnahme der Bibel, den Flammen zu übergeben. Reuchlin, zu einem Bedenken über die Frage aufgefordert, widerrieth durchaus diese Maßregel. Dafür erließ Pfefferkorn eine Schmähschrift gegen Reuchlin unter dem Titel „Handspiegel," Reuchlin beantwortete sie durch seinen „ Augenspiegel. " Die Dominikaner stellten sich auf Pfefferkorns Seite, auf der Reuchlins standen Pirkheimer, Erasmus, Heß, Luther und Hutten. Aus diesem Streit entstand auch das berühmte Buch „epistolae obscurorum virorum (Briefe der Dunkelmänner)." Das Resultat war Erhaltung der jüdischen Bücher und vor Allem ein sorgfältigeres Studium des Alten Testamentes und seines Verhältnisses zum Neuen Testament. Dies war aber für die Bekehrungsarbeit der Folgezeit von wesentlicher Bedeutung. 100 Jahre später lebte Pfefferkorn noch einmal in Samuel Friedrich Brentz auf, welcher mit seiner Familie sich 1601 taufen ließ. In gehässigster Weise griff er seine früheren Glaubensgenossen durch sein 8*

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