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Dibre Emeth · 1869-01-01 · 7-8 (1869) · page 18

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
25 (1869)
Issue
7-8 (1869)
Date
1869-01-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
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114 Später freilich sagt er: „ Juden zu bekehren ist gerade so unmöglich als den Teufel zu bekehren. Ein jüdisch Herze ist so stock-, stein- und eisenhart, daß. es in keiner Weise zu bewegen ist. Summa, es find junge Teufel, zur Hölle verdammt." Er hat dann geradezu Zwang und Unbarmherzigkeit gegen sie empfohlen. Trotzdem hat die Reformation auf die Juden einen geistigen Einfluß von größter Bedeutung geübt. Die größere kirchliche Freiheit, der leichtere Verkehr, das fleißigere Studium der Schrift brachten einen Sinn in vielen Gliedern der evangelischen Christenheit hervor, welcher ihr zahlreiche Juden zuführte. Wir nennen Paulo Riccio, nach seiner Bekehrung Professor in Padua, dann Leibarzt Maximilians I. Ueber astrologische Gegenstände gerieth er mit Dr. Eck in Streit. EraSmus hielt viel von ihm. Er suchte die Juden auf philosophischem Wege für das Christenthum zu gewinnen, und forderte die Christen auf, trotz ihrer verschiedenen religiösen Richtungen, den Türken gegenüber sich zu vereinigen. Der Einfluß der Reformation zeigt sich beispielsweise anJohannes Isaak Levita. Derselbe, ein Rabbiner, übersetzte den Kommentar des evangelischen Theologen Draconites zu Jes. 53, und wurde durch diese Beschäftigung sowie durch den Uebertritt seines Vaters auch selbst zum Christenthume geführt. Ueber Luthers Tod dichtete er einen Klagegesang nach dem Vorbilde der Klage über den König Josias. Als Professor in Cöln gab er eine hebräische Grammatik heraus, gerieth aber auch in Streit mit den Jesuiten. Von besonderer Wirkung wurde die deutsche Uebersetzung des Neuen Testamentes, welche nun auch in die Hände derJuden gelangte. Ein deutscher Proselyt, Johann Harzuge, gab es mit rabbinischen Typen gedruckt in Krakau heraus. Ebenso wurde das Neue Testament ins Hebräische übersetzt. Matthäus Hadrianus, Professor in Löwen, übersetzte das Vaterunser, den Engelsgruß und das salve regina ins Hebräische, später war er Lehrer dieser Sprache zu Wittenberg. Auch die katholische Kirche gewann damals hervorragende Männer für das Christenthum. So Victor v. Carben, der als Geistlicher zu Cöln schriftstellerisch in der Kontroverse gegen das Judenthum thätig

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