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Dibre Emeth · 1869-01-01 · 7-8 (1869) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
25 (1869)
Issue
7-8 (1869)
Date
1869-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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103 volles Heil die Alles beherrschende Kraft sein lassen wollen. Ein blindes Ungefähr erkennen wir darin ebenso wenig als das Alte Testament. Im Gegentheil der Aufschluß, welchen das Alte Testament uns gibt, welches uns einen einheitlichen bösen Willen, der wider Gottes Willen feindlich ist, zeigt, wird uns zur wahrhaftigen Beruhigung. Denn wir brauchen uns nun Gott nicht mehr als ein Wesen mit Ja und Nein, mit Liebe und Grausamkeit, mit Macht und Ohnmacht zu denken, sondern wir sehen, wie ein freier, starker Wille und eine starke Kraft seiner Liebe und lauteren Güte entgegentreten. Daß aber die feindliche Gewalt des Satans und seiner bösen Geister unter den Menschen und in der übrigen Schöpfung sich wirksam zeigen, verführt uns nicht zu einer Anklage Gottes, verführt uns aber auch nicht die ernste alttestamentliche Lehre vom Satan als sogenannt bildliche Rede todt zu machen; wir wüßten sonst nicht, wie wir den Anstoß überwinden sollten, daß ein heiliges Buch derartige abscheuliche Bilder, welche verwirren müssen, unö vorführt. Vielmehr halten wir dem Alten Testamente still, wenn es uns sagt, daß wir Menschen die schlimme Erfahrung von der Macht der bösen Geister nur durch unsere eigene Schuld gemacht haben. Allerdings war diese feindliche Macht früher da, als wir Menschen; allerdings hat das weite Gebiet der Natur auch schon in der vormenschlichen Zeit ihre Gewalt erfahren müssen, aber dem Menschen wurde diese Erde übergeben, damit sie unter seiner Herrschaft stände, und er alle Feindseligkeit, alle Störung in derselben überwände. Daß der Mensch dagegen selbst diese Störung zu seinem eigenen Schaden erfahren und erleiden muß, ist nach dem Alten Testamente ganz und gar seine eigene Schuld, ist eine Folge seiner Sünde. So leugnen wir nun nicht die Eristenz der bösen Geister, und schützen nicht vor, daß durch das Dasein derselben die Ehre Gottes beschädigt würde, sondern gehen vielmehr mit uns selbst ins Gericht, wenn ihre Wirksamkeit so traurig sich erweist. Wir versuchen auch in diesem Punkte nicht im Namen Gottes etwas zu unterdrücken, was vielmehr gerade durch unsere eigene Ungerechtigkeit die ernsteste Wahrheit ist. Zugleich aber wird uns das zum Trost, daß Gott auch bei solchem Unheil dennoch derselbe treue, starke und gnadenreiche Gott

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