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Dibre Emeth · 1869-01-01 · 7-8 (1869) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
25 (1869)
Issue
7-8 (1869)
Date
1869-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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101 uns: damit ja kein Aberglaube unter das jüdische Volk kommen oder der Glaube an böse Mächte nicht entstehen sollte. Stünde die Sache so, dann hätte entschieden das Alte Testament mit seinen Erzählungen von Mose in Aegypten und von der Macht, die dem Satan über Leben und Wohlsein der Menschen (z.B. über Hiob) gegeben wird, die hauptsächlichste Schuld an dem Aberglauben der Israeliten gehabt. Jedenfalls müßten wir sagen, in welchem Verhältniß stehen die Unvorsichtigkeiten der heiligen Schrift und die über den Aberglauben verhängten barbarischen Strafen zu einander? Und in welchem Lichte erscheinen dann gar die abergläubischen Lehren des Talmud, welche einen so großen Raum desselben einnehmen? hätte derselbe wirklich verdient Israels geistiger Führer durch lange Jahrhunderte zu sein, wenn er dies Volk so vielfach zum Aberglauben verleitete oder in demselben befestigte? Räthsel über Räthsel werden uns gehäuft, aber keins derselben gelöst. Warum das Dasein von bösen Geistern geläugnet wird, ist uns freilich verständlich: Die Sünde müßte sonst mit dem Ernst des Alten Testamentes beurtheilt werden. Die Lehre von den Engeln aber findet keinen Platz, wo das bloße VerstandeSmeinen in heiligen Dingen herrscht. Gibt es dagegen Engel, so wird davon auch die ganze Art und Weise, wie ein Mensch überhaupt über die göttliche Wahrheit denken soll, betroffen. Das bloße Ich des Menschen, welches am Liebsten recht ungestört allein in der Welt sich ausbreiten will, wird dann genöthigt aus seiner Jsolirung herauszutreten und es anzuerkennen, daß Gott viele, unendlich viele Kräfte mit einander verbinden will einen heiligen Rath seines Willens auszuführen. Man pflegt besonders unter den Reformjuden, ganz ähnlich wie es die christlichen Rationalisten thun, die Welt möglichst sich selbst überlassen und Gott im Grunde ihr ziemlich fern zu denken. Sind dagegen Engel im Dienste Gottes an dieser Welt geschäftig, dann muß doch wohl Gottes Regieren und Eingreifen in den natürlichen Verlauf der Dinge ein viel lebendigeres sein, als es der gewöhnliche Menschenverstand meint, der sich leicht anstellt, als ob sein Wille oder seine Kraft Anfang und Ende auf Erden sein sollten! Das Alte Testament gibt uns aber auch einen klaren Einblick in die Bedeutung der Engel. Der Geist, das Herz des Menschen ist

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