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Dibre Emeth · 1869-01-01 · 7-8 (1869) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
25 (1869)
Issue
7-8 (1869)
Date
1869-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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100 HSir kennen schon die Unterscheidung, welche dieselben Dinge im A. Testamente poetische Figur, im N. Testament Wirklichkeit nennt. Was aber die Sache selbst anlangt, so haben wir bereits früher gezeigt, daß Gottder Sünde innerhalb der Grenzen seines heiligen Rathes freien Raum läßt. Die Reformer aber stellen die Sache völlig verkehrt dar, als ob in der von ihnen bekämpften Lehre Gott gebunden würde und seine Macht verlöre, während er doch vielmehr ebenso gut einem Satan, als der großen Zahl sündlicher Menschen aus eigenem Entschluß es gestatten kann, ihren bösen Willen auszuführen, ohne das Geringste von seiner Gewalt einzubüßen. Eine große Schwierigkeit entsteht nun für die Reformer dadurch, daß im Alten Testamente ausdrücklich allerlei schädliche Thaten und Wirkungen auf böse Geister zurückgeführt werden. Aber ste versuchen diesem Uebelstande abzuhelfen. So sagt ein Hauptführer der heutigen Reform z.B. von den ägyptischen Zauberern: sie thaten nur im Kleinen, was Moses im Großen, sie waren Taschenspieler. Aber nach dieser Auslegung war Moses einer der größten Taschenspieler, .welche je die Welt gesehen. Und wir sagen daher mit Recht: entweder fand auf beiden Seiten Wirklichkeit, oder auf beiden Seiten Täuschung Statt. Oder ein anderes Beispiel. Wenn der Geist Samuels bei der Zauberin von Endor dem Saul erscheint, dann soll dies ein Comödienstückchen des Weibes gewesen sein. — Nur Schade, daß die Zauberin zuerst ihr Werk nicht versuchen will, weil ste fürchtet ebenso wie alle ihre anderen Genossen von Saul getödtet zu werden; und Schade wiederum, daß eine Erscheinung vor das Auge des Weibes tritt, über welche dieselbe sich entsetzt; und Schade endlich, daß ste ein Gottesgericht mit den speciellsten Eigenthümlichkeiten ankündigt, welches nicht zu errathen war, aber in der That so geschah. Eine Wahrsagerin, welche einerseits voller Todesfurcht ist, andererseits doch auf eine große Belohnung rechnen müßte, und welche dann dem Könige, dessen Rache sie zu fürchten hat, die entsetzlichste Wahrheit weissagt! wer das begreifen kann, der begreife es! Aus dem Beispiele der ägyptischen Zauberer sahen wir, daß allerdings aus menschlichem Vermögen nicht erklärbare Dinge von Menschen zu vollbringen sind. Das Alte Testament bedroht auch alle Zauberer mit Todesstrafe. Warum dieser Ernst? Ein Reformer sagt

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