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Dibre Emeth · 1869-01-01 · 7-8 (1869) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
25 (1869)
Issue
7-8 (1869)
Date
1869-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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99 aber dafür, daß überhaupt nach der Zeit Christi unter den Juden ein Dämonenglaube vorkommt, wird auf die Christen und die übrigen Religionsparteien, unter denen die Juden lebten, gewälzt. Denn immer sei das Judenthum von derlei Aberglauben fern gewesen, immer derselbe ihm ein fremdes Gewächs. Was dagegen in den früheren Zeiten, ehe es ein babylonisches Exil gab, auf dem Boden des Alten Testamentes schon unter den Patriarchen, bei Moses und später wie eine Geisterlehre erscheinen könnte, das, sagt man ganz ernstlich, müsse man in dichterischer Weise verstehen. Welches Urtheil verdient wohl eine derartige Beweisführung? Uebrigens begegnen wir an dieser Stelle einer Taktik, die auch unter den christlichen Rationalisten oft gefunden wird. Man erklärt nämlich Alles, was man selbst nicht anerkennen will, als dichterische Figur, kann aber natürlich nie angeben, wo die Dichtung aufhört und die Wirklichkeit anfängt, sondern fordert für das eigene und beliebig aufgestellte Maß die Anerkennung, selbstverständlich im Namen der Schrift; so daß man bitterböse wird und oft recht grobe Worte gebraucht, wenn ein Anderer Rechenschaft fordert, worauf sich die behauptete Autorität stütze. Mit besonderer Energie kämpfen die Reformer, auch dann Hand in Hand gehend mit den christlichen Rationalisten, gegen das Dasein des Satans. Die Orthodoxen schweigen für gewöhnlich bei diesem Kampfe; sie würden auch bei dem augenblicklichen Stande der Bildung nicht gern dazu sich drängen lassen, eine Lehre behaupten zu wollen, die ihnen ebenso unverständlich ist wie den Reformern; ihr Herzensintereffe ist bei den alten Ceremonien und Gebräuchen, für das Andere haben sie wenig Sinn. Gegen die Existenz des Satans werden nun von den Reformern die längst unter den Christen gehörten Gründe ausgestellt: Wenn er vorhanden wäre, würde ein Dualismus entstehen; Gott würde durch ihn beschränkt werden und also selbst ein endliches Wesen. Satan, wo er im Alten Testamente vorkommt, könne daher nur die Anklage gegen den Menschen sein, welche aus seinen Handlungen hervorgeht. Im Neuen Testamente dagegen sei er als wirkliche Person abergläubischerweise aufgefaßt.

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