Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 25 (1869)
- Issue
- 5-6 (1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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95 grammatische Werke. Er hatte die ganze biblische Concordanz wörtlich inne. Sein Nachfolger im Amte war der Proselyt Julius Morosinus, als Jude Samuel Nachmias. Er stammte aus Thessalonich und leitete seine Herkunft von dem alttestamentlichen Rehemia ab. Seine Familie war sehr reich. In Venedig hörte er einst das Gespräch zweier Proselyten, von denen der eine wieder Jude geworden war, über die 70 Wochen des Daniel. Sie beschlossen die Frage dem Oberrabbiner Simon Luzzato in Venedig vorzulegen. Derselbe rieth: „dieser Stelle nicht zu tief nachzuforschen, sonst würde die Folge leicht die Annahme des Christenthums sein; denn nach dieser Stelle müsse der Messias bereits gekommen sein; ob aber Jesus oder ein Anderer der rechte sei, könne er nicht als gewiß ansehn." Aber gerade diese Aeußerungen führten Morosinus und seinen Bruder zu tieferem Nachdenken und schließlich zum Christenthum. In seinen Schriften, welche auf die Bekehrung der Juden abzielten, beweist er ihnen besonders, daß die mosaischen und traditionellen Gesetzesvorschriften von den Juden weder beobachtet würden, noch die Beobachtung derselben ihnen möglich sei. — Thomas Fidelis erschien noch 70 Jahr alt, nachdem seine bedeutende jüdische Gelehrsamkeit dennoch einem langen Kampfe gegen das Evangelium nicht hatte widerstehn können, am Taufbecken. Ein bedeutender Theil des italienischen Adels stammt von Juden ab. In neuerer Zeit haben Engländer und Schotten, besonders von Livorno und Ancona aus, die Missionsarbeit neu ausgenommen. Deutschland. Die Geschichte der Juden in Deutschland ist eine furchtbare. Nicht die Folterbank der Inquisition, wohl aber die wilde Wuth der Volksaufläufe, hat Tausende geopfert, besonders in ernsten Unglückszeiten, welche man immer auf Rechnung der Juden schrieb. Die Einfälle der Tartaren, die Kreuzzüge und der schwarze Tod wurden'für sie besonders verhängnißvoll. Einzelne Juden ließen sich dann wohl, um dem Fanatismus nicht zu verfallen, in die Kirche aufnehmen, Andere aber wählten lieber den Tod als die Taufe. Die