Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1869-01-01 · 5-6 (1869) · page 30

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
25 (1869)
Issue
5-6 (1869)
Date
1869-01-01
Page
– (sequence 30)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2554541-2554773-2554777--05141-2561090
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

94 Viterbi u. A. von Juden abstammen oder Juden unter ihre Vorväter zählen. Ebenso die reiche Familie Korcos, die aus Spanien 1412 nach Italien verzog. Salomo Korcos empfing 1573 die Taufe und nahm den Namen Ugo Buoncampagno, welchen früher der Papst Gregor XIII. geführt hatte, an. Der Papst erhob die Familie in den Adelstand und ernannte fie zu Comites Palatini. Die Familie der Ugonen ward eine der vornehmsten Roms, fie verschönerte die Stadt durch prachtvolle Gebäude. Viele ihrer früheren Glaubensgenossen wurden durch sie dem Chriftenthum gewonnen. Die Familieder Gisleri stammt von Elias Korcos ab. Der Papst Pius V., welcher ihn raufte, soll über 100 gelehrte und reiche Juden bekehrt haben. Später trat die in hohem Ansehn stehende Familie der Gabai in Rom zum Christenthume über. Aus dem 17. Jahrhundert heben wir den Rabbi Juda Jona hervor, welcher zu Safed in Galiläa 1588 geboren war. Er war nach Palästina aus Italien ausgewandert. Wegen hervorragender Rechtskunde als Morenu (etwa ein Doktor der Theologie) nach Polen berufen, kam er in Folge seines Rufes dann nach Amsterdam und Hamburg. An letzterem Orte empfing er solche Eindrücke von dem christlichen Leben, daß er seitdem zum Evangelium sich gezogen fühlte. 37 Jahr alt ließ er sich in Warschau mit seiner ganzen Familie taufen. König und Königin waren seine Gevattern, seinen Namen änderte er nach dem taufenden Nuntius und hieß fortan Johannes Baptista Jona. Er ernährte sich durch den Handel mit Edelsteinen. Im Aufträge des Königs ging er nach Constantinopel edle Steine zu kaufen. Der russische König Wladislaus IV. ließ ihn jedoch gefangen nehmen und gab ihn nur gegen ein hohes Lösegeld frei; stellte ihm aber die Bedingung, nicht mehr nach Polen zurückzukehren. Daher wanderte er nach Italien. Herzog Ferdinand von Toscana, sein hoher Gönner, machte ihn zum Lektor der hebräischen und chaldäischen Sprache in Pisa. Später wurde er an dem Collegium „der Verbreitung des Glaubens" in Rom angestellt und päpstlicher Bibliothekar. Von ihm stammen eine hebräische Uebersetzung der Glaubenslehre des berühmten katholischen Theologen Bellarmin und der Evangelien des Neuen Testaments, außerdem ein hebräisches Lexikon und

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.