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Dibre Emeth · 1869-01-01 · 5-6 (1869) · page 32

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
25 (1869)
Issue
5-6 (1869)
Date
1869-01-01
Page
– (sequence 32)
Language
German
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96 Getauften gingen jedoch hier leichter als irgendwo in die Bevölkerung über. Päpste und angesehene Kirchenlehrer, besonders Bernhard von Clairveaux, wandten ihren Einfluß an, davon zu überzeugen, daß erzwungene Taufen keinen Werth hätten, und dem Volk doch eine schließliche Bekehrung verheißen sei. Es hat auch nicht an tieferen Gemüthern unter den Juden gefehlt, welche aus freier Liebe dem Evangelium sich zuwandten; unter ihnen z. B. der nachherige Prämonstratenser Hermann v. Kappenberg 1127. Dagegen zwang der Mönch Gottschalk 1090 mit einem zusammengerafften Heere von 25,000 Leuten ganze Schaaren von Juden zur Annahme der Taufe, und wer sich weigerte, wurde niedergehaucn. Ein Ritter Rindfleisch und ein Bauer Armleder erregten die Bevölkerung von Stadt zu Stadtso daß ein Blutbad dem anderen folgte. . Der schwarze Tod (1349) aber hat die entsetzlichlichsten Schreckenstage über die Juden gebracht; nur die sich taufen ließen, fanden Rettung. Unzählige tödteten sich selbst und ihre Kinder. Das Concil zu Basel verordnete später: „gelehrte Leute zur Bekehrung der Juden auszuschicken und die Bekehrten dann im katholischen Glauben zu erhalten." Eine schöne Wirksamkeit entfaltete der Proselyt, Predigermönch und Professor der Theologie Theobald; auch durch Schriften suchte er auf seine Volksgenossen einzuwüken. Die Regierungen aber fingen an die Juden gegen Erlegung eines Leibzolles unter ihren besonderen Schutz zu stellen, es trat mehr Freiheit für sie ein, und auf diese Weise begann auch die Wahrheit einen leichteren Zugang zu den Herzen zu finden. (Fortsetzung folgt.) Dieses Bl. erscheint jährlich in 8 bis 10 Heften, zusammen 12—14 Bogen, preis für den Jahrgang 10 Fgr. In Commission- Carl Dülfer's Buchhandlung in Breslau. Druck von C. H. Storch und Comp, in Breslau.

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