Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 25 (1869)
- Issue
- 5-6 (1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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91 mit den Worten: „Bekehret euch!" und brachte so Viele zum Christenthum. Seit Gregor XIII. blühten verschiedene Anstalten zur Bekehrung der Juden in Rom. Wöchentlich mußten sie eine Predigt eines Franziskaners oder Dominikaners anhören. Die dem Christenthum Geneigten wurden in ein Katechumenenhaus ausgenommen, wo sie alle Pflege fanden und Unterricht erhielten. Cardinäle und Prälaten wurden ihre Gevattern. Wer zum Dienst der Kirche Neigung zeigte, wurde in den Dominikanerorden ausgenommen. Die päpstliche Milde gegen die Juden war übrigens oft in der Rücksicht auf den eigenen Vortheil gegründet, denn die Steuer ihrer Handelsgeschäfte brachte sehr erhebliche Summen ein. Dennoch ließ die Gnade Gottes in manchen Fällen, was zu Rom geschah, einen Segen für einzelne Juden werden. Es hat hin und wieder Beispiele solcher Juden gegeben, auf welche die freilich zwangsweise gehörten Predigten dennoch überzeugend gewirkt haben. — Uebrigens legten nicht allein Päpste, sondern z. B. auch die Concilien zu Basel und Mailand, auf letzterem der heilige Carlo Borromeo,-die Judenbekehrung den Geistlichen an's Herz. Der Capuzinergeneral Laurentius a Brundusio zog mit einer hebräischen Bibel von Stadt zu Stadt, und predigte mit großer Kraft, aber zugleich auch wunderbar ergreifender Milde, Jesum Christum. In Rom, Ferrara, Padua, Mantua, Verona und Venedig strömten Juden und Christen zu seiner Predigt; er suchte sie von der Wahrheit der christlichen Religion zu überzeugen. Rabbiner bekehrten sich, voll Bewunderung seiner Lehre. Widerstand und selbst Lebensgefahr konnten ihn auf seinem apostolischen Wege nicht aufhalten. Der Bilderdienst der katholischen Kirche, die Geringschätzung gegen die Kirche, welche in Italien mit dem größten Schaugepränge Hand in Hand geht, und das sittenlose Leben der Geistlichkeit erschwerten allerdings die Bekehrung, aber die Gotteskraft des Evangeliums, welche sich auch unter diesen Entstellungen nicht verleugnete, ist um so mehr zu bewundern. In die Reihe ausgezeichneter Proselyten Italiens gehört Angelus Hierosolymitanus, der übrigens kein geborener Italiener, sondern ein Eremit vom Berge Carmel war. Durch seine Predigten wurden viele